UNTERFRANKEN. Die Folgen des schweren Unwetters ab dem Donnerstagnachmittag waren vor allem im Raum Aschaffenburg und im Spessart erheblich. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser, Straßen waren unbefahrbar und Hänge rutschten ab. Personen kamen dabei jedoch nicht zu Schaden. Vor allem die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun. Kurz vor 15:00 Uhr gingen erste Notrufe bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken aus dem Kahlgrund ein.

Die schweren Regenfälle hatten Hänge abrutschen lassen und führten zu vollgelaufenen Kellern. Die Einsatzschwerpunkte lagen im Bereich Mömbris, Krombach und Alzenau. Die Strecke der Kahlgrundbahn ist in Teilbereichen bis auf weiteres gesperrt. Aktuell (08:30 Uhr) ist zwischen Mömbris und Michelbach ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Neben zahlreichen weiteren Straßen im Kahlgrund war auch die Staatsstraße 2305 in vielen Bereichen zentimeterhoch überschwemmt und musste zeitweise komplett gesperrt werden. An mehreren Orten kam es zu Erdrutschen und Ausspülungen von Geröll, was zur Unbefahrbarkeit von weiteren Straßen führte. In vielen Orten liefen Keller voll Wasser. Die Anwohner der Gemeinde Krombach waren zeitweise ohne Strom. Aus einem Öltank lief Heizöl aus. Gegen 20:00 Uhr suchten die Einsatzkräfte in Mömbris kurzzeitig nach einem 11-jährigen Kind. Das Mädchen war nach Schulschluss um 16:00 Uhr nicht nach Hause gekommen. Letztlich stellte sich jedoch heraus, dass die 11-Jährige bei einer Klassenkameradin Schutz vor dem Regen gesucht hatte. Sie konnte wohlbehalten zu ihren Eltern zurückgebracht werden. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in Bereichen der Landkreise Main-Spessart und Würzburg. Unter anderem waren die Bundesstraße 8 zwischen Erlenbach und Remlingen wie auch zahlreiche Ortsdurchfahrten und Keller überflutet. Bei Zimmern drohte ein Hang der Verbindungsstraße nach Ansbach abzurutschen. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk befanden sich im Dauereinsatz. Teilweise dauern die Arbeiten immer noch an. Zu unwetterbedingten Verkehrsunfällen kam es nicht. Verletzte Personen wurden bislang nicht gemeldet. Die Gemeinde Mömbris hat eigens zur Erhebung der Schäden ein „Bürgertelefon“ eingerichtet. Anwohner des Marktes Mömbris, denen durch das Unwetter ein Schaden entstanden ist, können sich im Rathaus unter den Telefonnummern 06029 / 705-16 oder -19 melden.

Nördliche Oberpfalz: Ein über die nördliche Oberpfalz ziehendes Starkregengebiet mit Hagel verursachte am Donnerstag, 4. Mai 2017, in der Zeit zwischen 15.20 Uhr und 16.15 Uhr in den Bereichen Amberg und Weiden mehrere Verkehrsunfälle. Am Donnerstag, 04.05.2017, zog in der Zeit zwischen 15.20 Uhr und 16.15 Uhr ein Starkregengebiet mit Hagel über die nördliche Oberpfalz. Witterungsbedingt kam es auf den von Hagel und Regen stark bedeckten Fahrbahnen zu mehreren Unfällen. Bei insgesamt 5 witterungsbedingten Unfällen wurden glücklicherweise nur 3 Personen leichter verletzt. So erreignete sich auf der A 93 an der AS Mitterteich in Fahrtrichtung München ein Auffahrunfall mit einer leichtverletzten Person. Der Sachschaden liegt hier bei ca. 25.000,-- €. Im weiteren Verlauf überschlug sich zwischen den AS Wiesau und Falkenberg ein Pkw. Der Fahrer wurde mit leichteren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Auf der A 6 bei der AS Wernberg-Ost in Fahrtrichtung Nürnberg geriet ein Pkw ins Schleudern. Der Pkw schleuderte gegen 2 Kräder, deren Fahrer unter einer Brücke vor dem Hagel Schutz gesucht hatten. Da die beiden Kradfahrer sich hinter der Leitplanke befunden hatten, wurde niemand verletzt. Der Gesamtschaden an dem Pkw und den beiden Krädern liegt bei ca. 45.000,-- €. Weiter schleuderte auf der A 6 auf Höhe des Parkplatzes Laubenschlag ein Pkw gegen die Mittelleitplanke. Der Fahrer wurde dabei nur leicht verletzt. Auf der Staatsstraße 2174 zwischen Wondreb und der Einmündung in die Staatsstr. 2167 rutschte ein Pkw auf der mit Hagel bedeckten Fahrbahn in den Graben. Die Fahrerin blieb unverletzt.

FEUCHT. Am Donnerstagabend (04.05.2017) ereignete sich im Landkreis Nürnberger Land auf der BAB 6 zwischen den Anschlussstellen Alfeld und Altdorf ein Verkehrsunfall mit sieben Fahrzeugen. Nach derzeitigen Informationen erlitten drei Personen schwere, drei weitere Menschen leichte Verletzungen. Nach aktuellem Kenntnisstand befuhr kurz nach 18:00 Uhr ein 19-Jähriger auf einem Quad die Fahrbahn in Richtung Nürnberg. Aufgrund eines starken Wolkenbruchs stoppte der Mann das vierrädrige Fahrzeug auf dem Standstreifen. Eine 20-Jährige, die den Quad-Fahrer in einem Kleinwagen begleitete, hielt ebenfalls auf der Standspur und ließ den Mann auf der Beifahrerseite einsteigen. Kurz danach kollidierten aus bislang nicht geklärter Ursache zwei nachfolgende Personenkraftwagen mit dem auf dem Seitenstreifen stehenden Fahrzeug. Weitere drei Pkw stießen in Folge dieses Unfalles ebenfalls zusammen. Die junge Frau wurde in ihrem Kleinwagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie kam mit Verdacht auf schwere Verletzungen in eine Klinik. Der 19-Jährige wurde, ebenso wie ein weiterer Unfallbeteiligter, zur weiteren Behandlung ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht. Drei Insassen der anderen am Unfall beteiligten Fahrzeuge erlitten leichtere Verletzungen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth unterstützte eine Sachverständige die Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Feucht bei der Unfallaufnahme. Die Fahrbahn in Richtung Nürnberg ist derzeit (Stand 21:30 Uhr) noch für voraussichtlich eine Stunde gesperrt. Der Verkehr wird ab der Anschlussstelle Alfeld umgeleitet.

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