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In der Bundesliga dominiert seit Jahren der FC Bayern München. Mithalten kann da vielleicht noch Borussia Dortmund oder Emporkömmling RB Leipzig. Eine konkurrenzfähige Mannschaft aus der Bundeshauptstadt hat es hingegen schon lange nicht mehr gegeben. Hertha BSC Berlin würde das gerne ändern. Der zweifache Deutsche Meister versucht an den Glanz vergangener Tage anzuknüpfen und in den kommenden Jahren wieder ein nationales Spitzenteam zu stellen. Frisches Geld von Investor Lars Windhorst soll aus der Hertha endlich wieder den „Big City Club“ machen, den man sich in Berlin schon lange wünscht.

Mittelklasse ist für Berlin nicht genug

In sämtlichen Topligen Europas spielen die Hauptstadtklubs weit oben in der Tabelle mit. Sei es der FC Chelsea in der Premier League, Real und Atletico Madrid in Spanien, Paris St. Germain in Frankreich, oder die Roma und Lazio in der italienischen Serie A. Nur in Deutschland fristen die Hauptstadtklubs ein Schattendasein hinter der übermächtigen Konkurrenz aus München, Dortmund, Leipzig oder Leverkusen. Die Hertha hat es zuletzt vor elf Jahren in die Top-Vier der Bundesliga geschafft. Die letzte Meisterschaft liegt sogar schon 90 Jahre zurück. Damals hat es die Bundesliga noch nicht einmal gegeben.

Die Zeit der Sehnsucht soll nun bald der Vergangenheit angehören. Bei der Hertha hat man große Pläne. Man will Berlin auch endlich sportlich auf allerhöchstem Niveau präsentieren. Dafür wurde mit Lars Windhorst ein neuer Investor ins Boot geholt, durch dessen Beteiligung sich bald die ganz großen Namen in Berlin einfinden sollen.

Windhorst will aus der Hertha einen „Big City Club“ machen. Dafür hat er 2019 für 224 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben.

Langzeitprojekt Hertha BSC

Natürlich wird die Entwicklung vom Durchschnittsklub zum Spitzenverein einige Zeit brauchen. Dem ist sich sowohl Windhorst als auch die Vereinsführung gewusst. Aber auch die Bayern haben ihre Dominanz nicht von heute auf morgen erlangt. Mittlerweile gelten die Münchner bei den Bundesliga-Wetten von Anbietern wie bet365 Jahr für Jahr als Top-Favorit für die verschiedensten Wettbewerber. Selbst für in der kommenden Bundesliga wird der Klub mit einer Quote von 1,14 (Stand: 18.08.) schon jetzt als der große Favorit bewertet. Zur kommenden Saison wollen die Berliner die Lücke zum Rekordmeister zumindest etwas verkleinern. In der abgelaufenen Spielzeit fehlten am Ende ganze 41 Punkte auf den Branchenprimus. Trotz der ersten Finanzspritze von Windhorst war nicht mehr als Rang zehn drin. Am Ende landete man nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem punktgleichen Stadtrivalen 1.FC Union.

Um in der kommenden Spielzeit noch weiter oben zu landen, wird Windhorst weitere 150 Millionen Euro in den Verein investieren und seine Anteile so auf 66,6 Prozent aufstocken. Was damit erreicht werden soll, ist logisch: „Unser klares Ziel ist es, dass Hertha in den nächsten Jahren in Deutschland und Europa ein Spitzenklub wird. Einer, der nicht nur einmalig, sondern regelmäßig in Europa mitspielt“, so Windhorst persönlich.

Transferausgaben steigen

Dass es der 43-Jährige ernst meint mit seiner Aussage, zeigen die Investitionen auf dem Transfermarkt. Im Sommer 2019 wurden 20 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Im Wintertransferfenster waren es sogar 80 Millionen Euro. Für den diesjährigen Transfersommer sind erneut 50 Millionen Euro eingeplant. Die sportlichen Ziele werden dadurch zwangsweise nach oben korrigiert. Der Einzug in die Europa League soll es mindestens sein. Doch insgeheim träumt man in Berlin schon von der Königsklasse. 

Lediglich in der Saison 1999/2000 hat es die Alte Dame aus der Hauptstadt in die Champions League geschafft. In den kommenden Jahren sollen sich wieder regelmäßig die europäischen Spitzenklubs im Olympiastadion die Klinke in die Hand geben. Nur das ist einer Weltstadt wie Berlin würdig. Bleibt nur zu hoffen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht und Windhorst nicht bald das Interesse an seinem neuen Projekt bei der Hertha verliert. Auch das hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Ein gutes Beispiel dafür ist der FC Malaga in Spanien, der den Topklubs den Kampf ansagen wollte. Mittlerweile ist der Klub in den unteren Regionen der zweiten Liga angekommen.