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Haveland - Die Menschen in Nauen starteten am Freitag mit dem traditionellen Laternenumzug wieder in die dunkle Jahreszeit. Treffpunkt und Aufstellungsort dafür war traditionell die Mittelstraße. Angeführt von rund 80 Bläsern des Strausberger Fanfarenzuges, bewegte sich bei milden Temperaturen ein bunt beleuchtetes Laternenmeer durch die historische Altstadt von Nauen zum Sägewerksplatz.

Stimmungsvoller Laternenumzug in Nauen.

Eine schier endlos wirkende Karawane zog am Freitagabend durch die historische Altstadt Nauens. Mit gebastelten, gekauften oder geerbten Laternen, Blink-Dingern und Leuchtbrillen zogen geschätzte 2000 große und kleine Fans um die Ecken – eingebettet von Feuerwehr und den Trommlern und Bläsern- 40 vorne, 40 hinten, damit alle etwas von der Musik hatten. Flankiert wurden die Strausberger dabei von den Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehr aus den Einheiten Nauen und Markee. „Das machen wir, damit keine Irrlichter zwischen die Formationen laufen. Sonst kommen die Musikanten aus dem Tritt und stürzen wohlmöglich“, erläutert der Gruppenführer Jugend Tobias Abraham am Rande fachmännisch. Beinahe hätte der Umzug auf der Kippe gestanden. Der Grund: Der Bus mit den Spielmannsleuten stand bei Fehrbellin im dicken Stau. „Ein Laternenumzug ohne Fanfarenzug geht gar nicht“, unkte Stadtwehrführer Jörg Meyer. „Dann müssen wir halt solange warten“, bestimmte Meyer, und im gleichen Augenblick bog fast pünktlich und mit großem Hallo der Bus mit den Musikanten um die Ecke. Die meisten Gäste des Spektakels schienen als Wiederholungstäter aufzutreten, und dann am besten im Rudel, so wie die Nauener Familie Kretschmann, die mit Großeltern und Kindern unterwegs waren. „Zum vierten Mal laufen wir dieses Jahr mit – das Beste ist natürlich die Atmosphäre mit der Musik und den schönen Laternen, und ganz besonders gefällt uns der Schluss mit den Grillwürsten, dem großen Lagerfeuer und dem schönen Feuerwerk am Ende des Abends“, schwärmte Mutter Kretschmann. Selbst Nauens Nachtwächter Wolfgang Wiech nebst Gattin und strahlstarker LED-Laterne schwammen in der Menge mit.

Die Organisatoren des Laternenfestes, also der Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Nauen sowie die Freiwillige Feuerwehr Nauen, konnten mit ihrer Arbeit zufrieden sein, an der die Einheiten der Kernstadt sowie aus Markee, Bergerdamm und Börnicke beteiligt waren. Die kleine Ella Hoppe aus Nauen sicherte sich mit Ihrer Mama Nicole kurz vor dem Start eine gute Position, denn für kleine Beine oder Fußkranke ist der Laternenumzug nicht unbedingt ein Zuckerschlecken: Bewegt sich vorneweg die Spitze mit normaler Schrittgeschwindigkeit, läuft das Ende dieser menschlichen Ziehharmonika fast im Laufschritt und mit Gesause hinterher. Das Feuerwehr-Einsatzleitfahrzeug mit Jörg Meyer am Steuer und an der Pole-Position des Zuges kennt das Problem und lässt daher den Tross ab und an stoppen, um aufschließen zu lassen. „Die Streckenführung durch die Altstadt hat sich bewährt, und wird auch so schnell nicht geändert werden“, urteilte Meyer. Auch die örtliche Polizei mit ihren Einsatzkräften gab sich recht entspannt. „In all den Jahren hat es nicht einen einzigen Zwischenfall gegeben“, resümierte Polizeihauptmeister Manfred Schildlowski von der Polizeiwache Nauen auf Anfrage. Ariane Walczak hatte in ihrem Tabak- und Zeitungsgeschäft gleich an der Startlinie des Zuges genügend Ersatz an Knitterlichtern und Leuchtstangen. „Kurz vor Beginn wird das Geschäft schnell voll, dann decken sich die Leute nochmal ein“, weiß sie aus Erfahrung. Bereits am Nachmittag sammelten sich die ersten Teilnehmer auf dem Sägewerksplatz, der am Freitagabend halbwegs trocken war. Für ein großes Ah und Oh sorgte zu guter Letzt das fünfköpfige Team um Pyrotechniker Steffen Rahmel mit seinem computergesteuerten Abschlussfeuerwerk, das ebenfalls die Feuerwehr gestiftet hat. „68 Elemente haben wir verwendet, darunter Vulkane und bunte Lichterlanzen. Dazu haben wir moderne oder auch barocke Musik zur musikalischen Untermalung“, zählt Rahmel auf. Ganze acht Minuten hat der Zauber gedauert, bei dem die Zuschauer einen Sicherheitsabstand von dreißig Metern einzuhalten hatten. „Wir wählen die Musik so aus, dass wir auch die Kinder musikalisch mitnehmen“, so der Experte. Anke Schwerinske, Leiterin des Fanfarenzuges, traf man indes kurz vor Abmarsch des Zuges im Reisecenter Life in der Mittelstraße, wo sie bereits den Bus für den 18. Laternenumzug für kommendes Jahr buchte.

Quelle: Stadt Nauen