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Beschlussvorlage der Stadt Nauen mit Folgen: Stellungnahme von MIKADO – Die Stadt Nauen hat am 22.09.2014 fristgerecht den Nutzungsvertrag für das “Haus der Begegnung” (HdB) mit MIKADO e.V. zum Jahresende gekündigt. Die im Kündigungsschreiben erwähnten “alternativen Nutzungskonzeptionen” der Stadt haben durch die Beschlussvorlage zum Bildungs- und Sozialausschuss am 03.11.2014 konkrete Form angenommen. Allerdings ist die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung unausgegoren und aus unserer fachlichen Warte heraus an verschiedenen Punkten mehr als fraglich:

Unabhängig von der Tatsache das MIKADO e.V. als bisheriger Träger des Hauses zukünftig nur noch rund 5% der Fläche nutzen soll, ist die für die Kinder- und Jugendarbeit ausgewiesene Fläche derart gering, dass Arbeit so wie bisher nicht mehr möglich ist. Damit ist der Jugendclub geschlossen.

Die Streichung des Computerkabinetts ist mit Blick auf die seit Jahren nachgefragten Computerkurse für Senioren genauso sinn frei, wie die damit verbundenen Einschnitte in der Medienbildung für Kinder und Jugendliche, die diese Möglichkeiten zu Hause nicht haben.

Das ganze gipfelt im Verzicht auf 30.000€ Mehrgenerationenförderung durch die Bundesregierung. Mit diesen Mitteln wurden in den vergangenen 8 Jahren, Bildung Kultur, Feste und Ausstattung und damit lebendige Angebote für Nauen finanziert. Mit dem ersatzlosen Wegfall der Bundesförderung werden zivilgesellschaftliche Netzwerke nicht mehr bzw. nicht ausreichend unterstützt. Deutlich wird das beim Toleranzfest und generell in der Arbeit gegen Rechtsextremismus … was derzeit vor dem Hintergrund des geplanten Asylbewerberheimes sehr gefährlich ist.
Und obwohl allgemein bekannt ist, dass es in der Stadt Nauen ein grundlegendes Problem mit Barrierefreiheit gibt, will die Stadt jetzt Geld in die Hand nehmen, um mit der Bibliothek den einzigen gut erreichbaren barrierefreien Veranstaltungsraum durch das Einziehen neuer Mauern unbrauchbar zu machen. Darüber hinaus ist die Bibliothek dann so klein, dass sie nicht mehr für Veranstaltungen mit Schulklassen und Kitagruppen geeignet ist.

Der von Bürgermeister Fleischmann im Fachausschuss vorgestellte “Paradigmenwechsel” hin zum einem Beratungszentrum bedeutet unterm Strich eine Kürzung der freiwilligen Ausgaben für die Jugend- und Mehrgenerationenarbeit in Stadt. Statt Angeboten zur Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger ist zukünftig eine Vermietung von Räumlichkeiten für gesetzliche Angebote des Landkreises vorgesehen, welche größtenteils bereits heute schon an anderen Standorten in der Stadt existieren. Durch die höheren Kosten für die Koordination des Hauses und die Bewirtschaftung durch die DLG kostet dieses neue Konzept dem Steuerzahler auch noch mehr als die bisherige bürgerorientierte Nutzung.

Das gewählte intransparente Verfahren ohne öffentliche Beteiligung lehnen wir genauso ab, wie den vorsätzlich durch den Bürgermeister aufgebauten Zeitdruck, der jetzt voll auf die Qualität der Planungen durchschlägt. Für dieses Verfahren und das sich abzeichnende Chaos bzw. den zu erwartenden Stillstand in einem vormals gut funktionierenden Haus kann und will MIKADO e.V. keine Verantwortung übernehmen.

Der von der Stadtverwaltung eingeschlagene Weg hat die politische Unterstützung von SPD, CDU und Die Linke gefunden. MIKADO e.V. muss diese politische Mehrheit akzeptieren. Wir werden das “Haus der Begegnung” bis zum Jahresende vollständig geräumt übergeben, denn dazu sind wir nach jetzigem Nutzungsvertrag verpflichtet.

Sollten MIKADO e.V. sinnvolle Rahmenbedingungen für die Fortführung von Angeboten im Rahmen des geplanten Beratungszentrums angeboten werden, stehen wir dem grundsätzlich positiv gegenüber.

Der Verein wird sich auch zukünftig in Nauen sozial engagieren, denn eine familienfreundliche, tolerante Stadt liegt uns am Herzen.