Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt hat heute der Gemeinde Uckerland einen Fördermittelbescheid der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg in Höhe von 309.000 Euro überbracht. Durch ihre Gelder hat die Landes-Naturschutzstiftung eine Millionen-Förderung des Bundes ermöglicht, mit der die Gemeinde nun die Sanierung des Milower Sees in Angriff nehmen kann. Über die Jahre ist der See immer stärker verschlammt, verlandet und teilweise mit Schilf zugewachsen.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat jüngst in einem Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ landesweit insgesamt fünf Millionen Euro bereitgestellt, um Brandenburgs Natur besser an die Folgen der Klimaveränderungen anzupassen. Als eines der ersten Projekte aus dem Programm kann die Gemeinde Uckerland nun die Sanierung des Dorfsees in Milow angehen. Die Stiftung finanziert einen notwendigen Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 309.000 Euro, die dadurch weitere 1,3 Millionen Euro Bundesmittel aus dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) für ihr umfangreiches Vorhaben erhalten hat.

Brandenburgs Umwelt- und Landwirtschaftsministerin und gleichzeitig Stiftungsratsvorsitzende des NaturSchutzFonds Hanka Mittelstädt: „Mit dem Aktionsprogramm des NaturSchutzFonds können nun landesweit konkrete Maßnahmen in Angriff genommen werden, um die knapper werdende Ressource Wasser in unserer Landschaft zu halten. Die Eigenanteilsfinanzierung durch die Stiftung NaturSchutzFonds entlastet dabei den Haushalt kommunaler Projektträger wie der Gemeinde Uckerland und erweitert deren Möglichkeiten enorm. Der Gemeinde wünsche ich viel Erfolg bei der Planung und Umsetzung ihres Vorhabens.“

Mit ihrem Projekt möchte die Gemeinde Uckerland den verlandeten Milower Dorfsee zurückgewinnen. Dazu soll das Gewässer vor allem vom Schlamm befreit werden.

Wasserspeicher, Lebensraum und natürliche Klimaanlage

Janine Ruffer, stellvertretende Geschäftsführerin beim NaturSchutzFonds: „Mit dem Projekt kehrt nicht nur ein großer Wasserspeicher in die Landschaft zurück, sondern auch die Lebensräume für zahlreiche Arten im und am Wasser. Das Gewässer ist zum Beispiel für Zug- und Standvögel äußerst attraktiv – rund 125 Vogelarten haben die Milower in den vergangenen Jahren rund um ihren See gezählt. Derzeit machen auch Teichfledermäuse auf sich aufmerksam, die in einer Scheune in unmittelbarer Nähe zum See ihre Kinderstube eingerichtet haben.“

Eine große Bedeutung besitzt der Milower See für das lokale Klima. Weil sich das Wasser im Sommer langsamer als die Luft erwärmt, kühlt der See seine Umgebung. „Gesunde Seen wirken im Sommer als natürliche Klimaanlagen. Mit ihrem kühlenden Wasserkörper und den Gehölzen am Ufer sorgen sie in den immer heißer werdenden Sommern für die nötige Abkühlung für Mensch und Tier“, so Janine Ruffer.

Förderprogramm „Wasserhaushalt PLUS“

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg stellt fünf Millionen Euro für ihr Programm „Wasserhaushalt PLUS“ bereit. Gefördert werden Projekte von Gewässerunterhaltungsverbänden und Kommunen zur Gewässerentwicklung und zum Wasserrückhalt, inklusive Finanzierung von Eigenanteilen für Landes- und Bundesmittel. Ziel ist es, Wasser in der Landschaft zu halten und den Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren.

Das Land Brandenburg bietet in seinen Richtlinien zur Förderung der naturnahen Entwicklung von Gewässern, zur Gewässerentwicklung / Gewässerschutz sowie zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts umfangreiche Fördermittel. Gleiches gilt für das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes, welches ebenfalls stark auf das Themengebiet Wasserrückhalt und Moorschutz fokussiert ist. Mit der Förderung durch die Stiftung werden insbesondere größere Projekte von Wasser- und Bodenverbänden, Landkreisen, Städten und Gemeinden möglich, die sonst oft an den fehlenden Mitteln für die Eigenanteile scheitern.

Die Mittel aus dem Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ können jederzeit für Projekte unter Beachtung der Förderrichtlinien beim NaturSchutzFonds Brandenburg beantragt werden. Förderhinweise und ein Antragsformular finden sich auf der Webseite der Stiftung unter www.naturschutzfonds.de.

Die Gelder der Stiftung NaturSchutzFonds werden hauptsächlich aus Ersatzzahlungen bereitgestellt. Diese Zahlungen werden von den Verursachern von Eingriffen für die Versiegelung von Böden oder den Bau von Windenergieanlagen und Antennenmasten geleistet. Die Stiftung verwaltet und verausgabt diese Gelder für das Land Brandenburg und sorgt durch ihre Arbeit dafür, dass die Mittel wieder in den Landkreisen und Naturräumen eingesetzt werden, in denen die Eingriffe verursacht wurden.