Von zweistelligen Minus- auf zweistellige Plusgrade steigende Temperaturen, begleitet von viel Sonnenschein, treiben Amphibien aus der Winterruhe. Erste Kammmolche und Knoblauchkröten wurden bereits an Krötenzäunen im Landkreis Teltow-Fläming gesichtet.

Zusätzlich zu den hohen Temperaturen beförderte das Niederschlagsaufkommen Ende Februar die jahreszeitlich frühen Amphibienaktivitäten. Die bevorstehenden Amphibien-Wanderungen in Richtung Laichgewässer sind gefahrvoll: Besonders der Straßenverkehr bedingt alljährlich hohe Verluste in den Populationen. Deswegen werden derzeit in großer Eile Schutzzäune entlang von Verkehrswegen errichtet. Zusätzlich werden alle Verkehrsteilnehmende um Rücksichtnahme gebeten.

Insgesamt zeigte sich der Winter 2025/26 jedoch nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Brandenburg mit rund 80 Litern pro Quadratmeter (gegenüber einem langjährigen Durchschnittswert von 123 Litern pro  Quadratmeter) als ausgesprochen trocken. Lediglich etwa 65 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge wurden erreicht, der niedrigste Wert im Vergleich der Bundesländer. Gleichzeitig schien die Sonne 190 Stunden überdurchschnittlich lang (150 Stunden). Die mittelfristige Wetterprognose lassen weiterhin keine nennenswerten Niederschläge, aber viel Sonnenschein, erkennen. Dies erschwert den Amphibien ihren ohnehin kräftezehrenden Weg zu den Laichgewässern.

Die Laichgewässer sind häufig in keinem günstigen Zustand. Viele sind bereits trockengefallen oder trockneten für eine erfolgreiche Fortpflanzung der Amphibien zu früh aus. Die Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Reproduktion sind aktuell auch in diesem Jahr noch ungünstig. Der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt das anhaltende Defizit bei der Bodenfeuchte des Gesamtbodens bis 1,80 Meter in weiten Teilen Brandenburgs (https://www.ufz.de/index.php?de=37937).

Angesichts dieser inzwischen schon Jahre anhaltenden Entwicklung kommt es umso mehr auf den aktiven Schutz von Fröschen, Kröten und Molchen und ihrer Lebensräume an. Amphibienzäune an Straßen und die zumeist ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Hintergrund

Der Schutz von Amphibien setzt die Kenntnis ihrer Verbreitung und Vorkommen voraus. Im Brandenburger Froschportal werden Beobachtungen gesammelt und vom Artenkompetenzzentrum Linum des Landesamtes für Umwelt (nast-rhinluch@lfu.brandenburg.de) zu Verbreitungskarten zusammengefügt. Der Naturschutzbund (NABU e. V.) wiederum sammelt die Amphibienzaundaten in einer bundesweiten Datenbank. Diese Datenbank informiert zugleich über aktuelle Aktivitäten in den Regionen und vermittelt Ansprechpartner.

Brandenburger Froschportal:

https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/aufgaben/natur/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/froschportal/

Schutzzaundatenbank vom NABU Bundesfachausschuss Feldherpetologie:

https://www.amphibienschutz.de/zaun/Brandenburg.htm