Invasive Art: Erstes Nest der Asiatischen Hornisse in Brandenburg wird beseitigt - Einsatz in Eisenhüttenstadt – Landesamt für Umwelt ruft Bevölkerung zu Meldungen auf - In Eisenhüttenstadt im Landkreis Oder-Spree wurde am 17. Juli erstmalig die als invasive Art eingestufte Asiatische Hornisse (Vespa velutina) im Land Brandenburg festgestellt. Auf Veranlassung des Landesamts für Umwelt (LfU) konnte dort unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes ein schnell wachsendes Nest bestätigt werden. Dabei wurde auch eine fortpflanzungsfähige Königin nachgewiesen. Um eine Ausbreitung der Art zu verhindern, soll das Nest noch an diesem Freitag (24. Juli) mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr von durch das LfU beauftragten Experten beseitigt werden.
Die Begegnung mit einer einzelnen Asiatischen Hornisse stellt für Menschen in der Regel keine Gefahr dar. In der Nähe ihrer Nester ist jedoch Vorsicht geboten, da die Tiere diese aggressiv verteidigen können. Mit bis zu 2.000 Tieren sind die Staaten der Asiatischen Hornisse deutlich individuenreicher als die der heimischen Hornisse, die in der Regel bis zu 700 Individuen umfassen. Als invasive Art stellt die Asiatische Hornisse zudem eine potenzielle Gefahr für die Biodiversität dar.
Da es sich bei dem ersten Fund in Brandenburg um eine isolierte Ansiedlung weitab vom bisherigen Verbreitungsgebiet der Art handelt, stehen die Chancen gut, dass eine weitere Ausbreitung der Art im Raum Eisenhüttenstadt verhindert werden kann.
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien, wurde jedoch 2004 nach Südfrankreich eingeschleppt, erreichte 2014 Deutschland und breitet sich seitdem weiter nach Norden und Osten aus. Der erste Nachweis einer Asiatischen Hornisse erfolgte 2014 nördlich von Karlsruhe. In Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist sie bereits stark verbreitet. Mildere Winter begünstigt die Ausbreitung in Deutschland. Einzelfunde gab es schon in Hamburg, Bremen und Berlin. Die bisher Brandenburg am nächsten kommende Funde stammen von der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. LfU-Experten hatten daher in Kürze mit ersten Funden im Westen Brandenburgs gerechnet und Imker sowie Insektenforscher auf eine bevorstehende Ansiedlung vorbereitet. Der aktuelle Fund an der östlichen Landesgrenze überrascht und geht mutmaßlich auf eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin zurück. Einen ähnlichen Fall gab es 2023 in Berlin, wo die schnelle Beseitigung eines Nestes die weitere Ansiedlung verhindern konnte.
Da die Art eine Gefahr für die Imkerei und potenziell auch für Landwirtschaft und Biodiversität darstellt, fällt sie unter die Regelungen der EU-Richtlinie zu invasiven Arten. Auch für den Menschen ist die Art ein Gesundheitsrisiko und könnte die Anzahl durch Insektenstiche hervorgerufener allergischer Schocks deutlich erhöhen.
Während die Art im Westen Deutschlands bereits nicht mehr beseitigt werden kann und es dort inzwischen um die Vermeidung von Schäden geht, besteht im Osten Deutschlands, und damit auch in Brandenburg, noch die Chance, eine Ansiedlung zu verhindern oder zumindest deutlich zu verzögern. Das LfU wird daher alle entdeckten Nester umgehend beseitigen lassen.
Hierfür ist das Landesamt für Umwelt (LfU) auf die Mithilfe aufmerksamer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, wird gebeten, den Fund zu melden. Jede Sichtungsmeldung trägt dazu bei, eine Ausbreitung der Art in Brandenburg frühzeitig zu erkennen und gezielt einzudämmen.
Sichtungsmeldungen bitte per E-Mail an: vvmeldung@imker-brandenburgs.de
Folgende Informationen sind notwendig, um Meldungen bearbeiten zu können:
- Fotonachweis (mindestens ein Foto)
- Sichtungsdatum/Uhrzeit/Fundort (gegebenenfalls GPS-Daten)
- Name/Vorname, Telefonnummer (für Rückfragen)
Das LfU bittet, die Tiere nicht zu töten oder einzufangen. Es besteht Verwechslungsgefahr mit geschützten einheimischen Arten, die bis zum aktuellen Fund noch 100 Prozent der Verdachtsmeldungen ausgemacht haben. Nestentfernung sind ausschließlich ausgebildeten, vom LfU beauftragten Fachleuten, zu überlassen. Es besteht die Gefahr, gestochen zu werden, da die Asiatischen Hornissen ihre Nester bei Störungen massiv verteidigen.
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse. Sie ist überwiegend schwarz gefärbt mit orangegelber Stirn. Der Hinterleib trägt nur eine breite gelborange Binde. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sind ihre gelben Beine. Im Vergleich dazu besitzt die Europäische Hornisse einen rötlichen bis schwarzen Kopf und Brustkorb, während der Hinterleib gelb mit dunkler Zeichnung und die Beine braun sind. Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen.
Zunächst legen die Königinnen Primärnester an geschützten Stellen an, charakteristischerweise in Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen. Wenn eine gewisse Größe erreicht ist, zieht der Staat in die Sekundärnester um. Diese befinden sich dann im Normalfall hoch gelegen, meist in Bäumen hängend, und sind im Laub oftmals schwer zu erkennen.
Mehr Informationen zur Asiatischen Hornisse und weiteren Arten der EU-Verordnung zu invasiven Arten: https://lfu.brandenburg.de/info/invasiveArten