Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach zeigt sich weitgehend zufrieden mit dem Konzept für den Schienenersatzverkehr (SEV) während der Generalsanierung der Lehrter Bahn. Die deutlich verlängerten Fahrzeiten nennt er jedoch „am Rande einer Zumutung“.

Die erste Bauphase an der Lehrter Bahn beginnt am 2. Oktober und dauert voraussichtlich bis 12. Dezember. Für den zweiten Bauabschnitt, der am 13. Dezember beginnt, erneuert Crumbach seine Forderung, den Bahnbetrieb nicht nur – wie aktuell geplant - bis Wustermark, sondern bis Nennhausen oder Rathenow weiterzuführen.

Positiv bewertet Crumbach an dem jetzt vorliegenden Konzept der DB InfraGo für den Schienenersatzverkehr, dass in der ersten Bauphase von 2. Oktober bis 12. Dezember die Möglichkeit besteht, sukzessiv Nachsteuerungen oder Anpassungen vorzunehmen – anders als das während der Sanierung der Hamburger Bahn der Fall war.

Robert Crumbach: „Es ist gut, dass die Bahn angekündigt hat, hier flexibel zu reagieren und wir bei Bedarf den Schienenersatzverkehr dynamisch anpassen können. Der Schienenersatzverkehr für die Lehrter Bahn stellt für alle Reisenden, insbesondere aber für die Pendlerinnen und Pendler, eine große Herausforderung dar. Klar ist, kein SEV kann die Bahn ebenbürtig ersetzen. Die zum Teil deutlich verlängerten Fahrzeiten sind jedoch am Rande einer Zumutung. Wir müssen in den ersten Tagen nach Beginn der Sperrung genau hinschauen. Es gehört für mich zu den Selbstverständlichkeiten, dass Mängel frühzeitig behoben werden und dass nachgesteuert wird, wo es sinnvoll erscheint. Das erwarte ich von der Bahn.“

Beispiele für SEV und Bahnverbindungen

Das Konzept für den Schienenersatzverkehr der Lehrter Bahn während der ersten Bauphase bis 12. Dezember sieht beispielsweise für die Strecke Berlin Spandau – Wustermark die Nutzung des RB10 bis Brieslang vor. Der Bus A fährt weiter nach Wustermark beziehungsweise der RE8 weiter bis Nauen und dann Bus 663 nach Wustermark. Die Fahrzeit verlängert sich auf ca. 40 Minuten gegenüber 17 Minuten.

Die Strecke Berlin-Spandau – Falkensee wird unverändert mit RE2, RE6, RE8, RB10 oder RB14 bedient, die Fahrzeit beträgt sechs bis neun Minuten.

Berlin-Hauptbahnhof – Rathenow erfordert zwei Umstiege auf der Relation RE8 bis Nauen, dann Bus X4 bis Rathenow; Fahrzeit ca. 1:40 Stunden gegenüber einer Stunde.

Berlin – Hannover (bei Lehrte) im Fernverkehr:  ICE Direktverbindung mit zusätzlichem Halt in Potsdam-Hauptbahnhof oder Magdeburg-Hauptbahnhof zur Erschließung der Region. Fahrzeit 2:41 bis 2:56 Stunden gegenüber 1:41 Stunden. Insgesamt ergibt sich eine Fahrzeitverlängerungen von bis zu 80 Minuten, da die Bahn nicht auf der ursprünglichen Strecke verkehren kann.

Nähere Informationen zum Schienenersatzverkehr und zu genutzten Bahnstrecken:

https://www.vbb.de/unterwegs-im-vbb/baustellen-bei-regional-und-s-bahn/berlin-stendal/