Land Brandenburg - Potsdam. Vier Haftbefehle, eine vorläufige Festnahme sowie die Sicherstellung von Bargeld, Tatwerkzeugen und zwei hochwertigen PKW sind die vorläufige Bilanz von Durchsuchungen unter Führung der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG)[1] in der vorigen Woche in Rathenow.

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Potsdam gegen einen Bande mutmaßlicher Einbrecher und Fahrzeugdiebe hatten Ermittler der GEG mit Unterstützung von Spezialeinheiten und Bereitschaftspolizei aus Brandenburg und Berlin am Mittwoch in Rathenow (LK Havelland) vier Gebäude bzw. Grundstücke durchsucht. Dabei konnten fünf litauische Staatsangehörige festgenommen werden. Vier der Männer wurden anschließend aufgrund bereits vorher erlassener Haftbefehle dem zuständigen Amtsgericht vorgeführt. Drei davon befinden sich inzwischen in Justizvollzugsanstalten. Ein vierter Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der fünfte Festgenommene wurde nach Abschluss der Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen. Außerdem stellten die Beamten mehr als 6.000 Euro Bargeld, Sturmhauben, Luftdruck- und Schreckschusswaffen und sonstiges Equipment sowie einen Audi A6 und einen BMW X6 sicher. Der seit April 2015 laufende Ermittlungskomplex richtet sich gegen eine Bande von hauptsächlich litauischen Staatsangehörigen. Die mindestens sieben Männer im Alter von 22 bis 39 Jahren stehen im Verdacht, zwischen März 2012 und Dezember 2014 in mehr als 24 Fällen in Wohnhäuser oder Gewerbebetriebe eingebrochen zu sein oder Fahrzeuge gestohlen zu haben. Schwerpunkt der Handlungen waren der Landkreis Havelland sowie die angrenzende Altmark (BL Sachsen-Anhalt). Die Ermittlungen gegen die Bande erstrecken sich auch auf einen Überfall auf ein Juweliergeschäft in Havelberg (BL Sachsen-Anhalt) im Mai 2015. Dort war eine Angestellte mit einer Schusswaffe bedroht und gefesselt worden. Die Täter entkamen zunächst mit Schmuck im Wert von etwa 80.000 Euro. Dem mutmaßlichen Bandenchef (33) sowie zwei jetzt verhafteten mutmaßlichen Mittätern wird neben anderen Delikten auch die Begehung dieser Raubstraftat vorgeworfen. Bei diesem Überfall war vermutlich der nunmehr sichergestellte Audi benutzt worden. Insgesamt richtete die Bande nach bisherigen Erkenntnissen Schäden von mehr als 350.000 Euro an. Ermittelt wird auch gegen zwei deutsche Staatsbürger. Die Rathenower im Alter von 37 und 56 Jahren stehen im Verdacht, die Bande logistisch unterstützt zu haben. Wegen der länderübergreifenden Handlungen der mutmaßlichen Bande werden die Ermittlungen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Potsdam in enger Abstimmung zwischen der GEG sowie der Polizei in Stendal (BL Sachsen-Anhalt) geführt. Die Ermittlungen dauern an. [1] Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg wurde durch eine Ländervereinbarung zwischen Berlin und Brandenburg im Jahr 2005 gegründet. Die in Potsdam ansässige Ermittlungsgruppe ist organisatorisch dem LKA Brandenburg zugeordnet. Ihre Ermittler befassen sich mit ausgewählten Delikten der Eigentumskriminalität, begangen durch länderübergreifend handelnde Straftäter in Berlin und Brandenburg. Sie wurde Anfang des Jahres 2014 auf je 9 Beamte aus beiden Ländern verstärkt.