Es dauert nicht mehr lange, bis die Fußball-WM 2026 beginnt: Am 11. Juni startet das Turnier in Mexiko, Kanada und den USA. Auch in Deutschland steigt damit die Vorfreude auf spannende Spiele, gemeinsame Fußballabende und ausgelassene Feiern. Fahnen am Auto oder spontane Autokorsos gehören für viele Fans fest zur Turnierzeit dazu. Damit die WM-Euphorie nicht zu gefährlichen Situationen, Bußgeldern oder Punkten in Flensburg führt, erklärt der ACV Automobil-Club Verkehr, was Autofahrer wissen sollten.
Auto-Deko: Flaggen, Spiegelüberzüge & Fanschals
Wenn die Vorfreude auf das Turnier steigt, sind sie wieder überall zu sehen: Fahnen auf der Motorhaube, Fanschals auf der Hutablage und Spiegelüberzüge in Landesfarben. Für viele Fans gehört es zu einer Fußball-WM dazu, das eigene Auto passend zur Lieblingsnation zu schmücken.
Grundsätzlich ist das auch erlaubt, solange die Verkehrssicherheit nicht darunter leidet. Problematisch wird es dann, wenn die Deko nicht richtig befestigt ist oder die Sicht beeinträchtigt, zum Beispiel durch große Fahnen am Seitenfenster. Auch integrierte Blinker in den Außenspiegeln dürfen durch Spiegelüberzüge (sogenannte Spiegelsocken) nicht verdeckt werden.
Vor allem auf der Autobahn und bei höheren Geschwindigkeiten wird schlecht befestigte Deko schnell zum Risiko. Löst sich etwa ein Fanschal oder eine Fahne während der Fahrt, können sie andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gefährden. Kommt es dadurch zu einem Unfall, drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg.
Darauf ist bei der Auto-Deko zu achten:
- Das Sichtfeld des Fahrers darf nicht eingeschränkt sein
- Die Kennzeichen müssen vollständig sichtbar bleiben
- Integrierte Blinker in den Außenspiegeln dürfen nicht verdeckt werden
- Die Dekoration muss sicher befestigt sein
- Keine losen oder abstehenden Teile
Vor längeren Fahrten oder auf der Autobahn sollte die Auto-Deko vorsichtshalber abgenommen werden.
Autokorso: Hupen, Kreuzungen & rote Ampeln
Spätestens nach einem wichtigen Sieg bilden sich vielerorts spontane Autokorsos. Was für viele Fans zum Feiern einfach dazugehört, ist straßenverkehrsrechtlich allerdings nicht ganz unproblematisch. Denn unnötiges Hin- und Herfahren sowie vermeidbare Lärmbelästigung sind grundsätzlich untersagt. Während großer Fußballturniere werden Autokorsos vielerorts zwar geduldet, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird. Die allgemeinen Verkehrsregeln gelten jedoch weiterhin. Wer sich nicht daran hält, riskiert schnell Bußgelder und Punkte.
Beispielsweise ist das Hupen nur zur Warnung vor Gefahren oder außerhalb geschlossener Ortschaften zur Ankündigung eines Überholvorgangs erlaubt (§ 16 Abs. 1 StVO). Bei Autokorsos wird das Hupen zwar häufig toleriert, verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht.
Klar ist auch: Wer einfach weiterfährt, obwohl die Ampel bereits auf Rot gesprungen ist, begeht einen Verstoß. Auch das Blockieren von Kreuzungen, etwa um den Korso zusammenzuhalten, kann schnell als Verkehrsbehinderung gewertet werden. Kritisch wird es spätestens dann, wenn Einsatzfahrzeuge behindert werden oder keine Rettungsgasse mehr gebildet werden kann.
Wichtig für Autokorsos:
- Alle Verkehrsregeln gelten ohne Ausnahme
- Rote Ampeln und Vorfahrt dürfen nicht ignoriert werden
- Absichtliches Blockieren von Kreuzungen ist unzulässig
- Alle Insassen müssen angeschnallt sein und auf zugelassenen Sitzplätzen sitzen
- Warnblinkanlage, Hupe und Lichthupe dürfen nicht missbräuchlich verwendet werden
- Die Rettungswege müssen jederzeit frei bleiben
Nicht nur beim Fahren ist Wachsamkeit angesagt, sondern auch beim Parken. Vor allem rund um Public-Viewing-Veranstaltungen werden Halteverbote, Einfahrten oder Rettungswege in der Feierlaune schnell übersehen. Wer unachtsam parkt, riskiert schnell ein Bußgeld oder sogar das Abschleppen des Fahrzeugs.
Feiernde Mitfahrer: Fenster, Schiebedach & Ladeflächen
In der Euphorie nach einem Sieg verschwimmen die Grenzen schnell. Was im einen Moment Freude ausdrückt, kann im anderen Moment zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden. Zum Beispiel dann, wenn Mitfahrer nicht mehr richtig gesichert sind. Wer sich während der Fahrt aus dem Fenster oder Schiebedach lehnt, riskiert bei Bremsungen oder einem Ausweichmanöver ernsthafte Verletzungen. Mitfahrer dürfen grundsätzlich nur angeschnallt und auf zugelassenen Sitzplätzen mitfahren.
Verboten ist es auch, große Fahnen an langen Stangen oder andere Gegenstände während der Fahrt aus dem Fenster zu halten. Sie können andere Verkehrsteilnehmer behindern oder bei höheren Geschwindigkeiten schnell zur Gefahr werden. Pyrotechnik wie Bengalos oder Feuerwerkskörper hat im Auto und während der Fahrt nichts verloren.
Auch wenn solche Szenen immer wieder zu sehen sind, handelt es sich um klare Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Wer andere gefährdet, muss mit Bußgeldern und Punkten rechnen. Kommt es dabei zu einem Unfall, kann außerdem die Haftungsfrage eine Rolle spielen.
WM-Liveticker im Auto: Smartphone & Tablet
Für Autofahrer, die während eines Spiels unterwegs sind, kann es verlockend sein, die WM im Auto auf einem mobilen Gerät zu streamen.
Aber: Für Autofahrer ist die Nutzung von Smartphone oder Tablet während der Fahrt nur sehr eingeschränkt erlaubt. Das Gerät darf nicht in die Hand genommen oder aktiv bedient werden. Wer dagegen verstößt, muss mit mindestens 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es dabei zu einer Gefährdung oder einem Unfall, können die Strafen deutlich höher ausfallen.
Auch ein WM-Livestream auf einem fest montierten Gerät ist während der Fahrt problematisch, wenn bewegte Bilder für den Fahrer sichtbar sind und vom Verkehr ablenken können. Das kann selbst dann als Verstoß gewertet werden, wenn das Gerät nicht in die Hand genommen wird. Schon ein kurzer Blick aufs Display kann reichen, um bei Tempo 50 mehr als 25 Meter „blind“ zurückzulegen.
Eine bessere Alternative ist die klassische Live-Reportage im Radio. So bleiben Fußballfans auf dem Laufenden, ohne sich vom Verkehr ablenken zu lassen. Noch einfacher wird es mit Mitfahrern: Sie können das Spiel verfolgen und den Fahrer auf dem Laufenden halten. Doch auch hier sollten dem Fahrer selbst kurze Spielszenen während der Fahrt nicht gezeigt werden.
Alkohol am Steuer: Auto, Fahrrad & E-Scooter
Für viele Fans gehört auch Alkohol zu einem WM-Spiel dazu. Gerade wenn Spiele spät am Abend stattfinden, fallen Feier und Heimweg schnell zusammen. Umso wichtiger ist es, die geltenden Promillegrenzen im Blick zu behalten.
Für Autofahrer liegt die Grenze bei 0,5 Promille. Doch bereits ab 0,3 Promille kann es kritisch werden, wenn Fahrfehler oder Ausfallerscheinungen hinzukommen. In solchen Fällen spricht man von relativer Fahruntüchtigkeit. Dann kann bereits eine Straftat vorliegen, auch wenn die Promillegrenze von 0,5 noch nicht erreicht ist.
Für Fahranfänger in der Probezeit gilt ein absolutes Alkoholverbot.
Die wichtigsten Promillegrenzen im Überblick:
- Autofahrer: 0,5 Promille
- Straftat möglich ab 0,3 Promille bei Ausfallerscheinungen
- 0,0 Promille in der Probezeit
- Fahrradfahrer: absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,6 Promille
- E-Scooter: gleiche Regeln wie beim Auto
Gerade E-Scooter werden häufig unterschätzt. Viele gehen davon aus, dass hier lockerere Regeln gelten, tatsächlich greifen jedoch die gleichen Promillegrenzen wie beim Autofahren. Wer nach einer Feier alkoholisiert mit dem E-Scooter fährt, riskiert schnell Bußgelder und Punkte.
ACV Info: Müdigkeit nach späten Spielen nicht unterschätzen
Gerade nach späten Spielen sollte die eigene Müdigkeit nicht unterschätzt werden. Sie kann die Reaktionsfähigkeit ähnlich stark beeinträchtigen wie Alkohol. Bereits ein kurzer Sekundenschlaf kann dazu führen, dass Gefahrensituationen zu spät erkannt werden. Wer sich nicht mehr fit fühlt, sollte auf alternative Verkehrsmittel setzen oder sich fahren lassen.