Sonnencreme auf die Haut, ein Hut auf dem Kopf, aber die Augen? Die bleiben bei vielen Menschen ungeschützt, selbst wenn die Sonne brennt. Dabei reagiert das Auge auf UV-Strahlung mindestens genauso empfindlich wie die Haut. Was viele nicht wissen: Schäden am Auge entstehen oft schleichend über Jahre und machen sich erst dann bemerkbar, wenn es zu spät für eine vollständige Erholung ist.

Gerade in den Sommermonaten, beim Urlaub am Meer oder in den Bergen, ist die UV-Belastung besonders hoch. Wer in dieser Zeit dauerhaft ohne Schutz unterwegs ist, riskiert mehr als nur vorübergehende Beschwerden.

Was UV-Strahlung im Auge anrichtet

Das menschliche Auge besitzt zwar einige natürliche Schutzfunktionen, darunter die Augenbrauen, die Lider und die Linse selbst, doch diese reichen bei intensiver Sonneneinstrahlung nicht aus. UV-A- und UV-B-Strahlen durchdringen tiefere Schichten des Auges und können dort dauerhaften Schaden anrichten.

Zu den häufigsten UV-bedingten Augenkrankheiten zählt der Graue Star, die sogenannte Katarakt. Dabei trübt sich die Augenlinse ein, was das Sehvermögen zunehmend beeinträchtigt. Auch die Makuladegeneration, bei der die Netzhautmitte degeneriert und das zentrale Sehen nachlässt, wird mit langfristiger UV-Exposition in Verbindung gebracht. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft weist

außerdem auf gutartige und bösartige Veränderungen an den Augenlidern und der Bindehaut hin, die durch jahrelange UV-Belastung entstehen können.

Hinzu kommt die sogenannte Photokeratitis, auch bekannt als Schneeblindheit, die einer Verbrennung der Hornhaut entspricht und starke Schmerzen sowie vorübergehenden Sehverlust verursacht. Wer einmal damit zu tun hatte, vergisst dieses Erlebnis nicht so schnell.

Kinder und ältere Menschen tragen das größte Risiko

Nicht alle Augen sind gleich empfindlich. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihre Linse noch klarer und durchlässiger ist als die eines Erwachsenen. Das bedeutet, mehr UV-Strahlung gelangt ungehindert bis zur Netzhaut. Schäden, die sich im Kindesalter ansammeln, können Jahrzehnte später zu ernsthaften Sehproblemen führen.

Auch ältere Menschen sollten wachsam sein. Wer bereits an einer Linsentrübung leidet oder nach einer Kataraktoperation eine Kunstlinse trägt, ist auf eine gute Sonnenbrille angewiesen, weil der natürliche UV-Filter der eigenen Linse fehlt oder geschwächt ist.

Wie man die Augen wirksam schützt

Die Sonnenbrille: Nicht jede schützt gleich gut

Wer beim Sonnenbrillen-Kauf nur auf das Design achtet, handelt leichtsinnig. Entscheidend ist der UV-Schutz, der auf der Brille als Kategorie 0 bis 4 angegeben wird. Für normalen Alltag im Freien reicht Kategorie 2 oder 3, in den Bergen oder am

Größere Gläser oder Wrap-around-Modelle bieten dabei einen besseren Schutz, weil sie auch seitlich einfallendes Licht abhalten. Eine günstige Brille ohne UV-Kennzeichnung kann sogar schlechter sein als gar keine, weil sich die Pupille durch die getönte Optik weitet und so noch mehr schädliche Strahlen eindringen.

Fünf Verhaltenstipps für den Alltag

  1. Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten. Gerade in dieser Zeit sollten Augen und Haut besonders gut geschützt sein.

  1. Beim Autofahren an den UV-Schutz denken: Viele Windschutzscheiben filtern UV-Strahlung, Seitenscheiben jedoch häufig nicht vollständig. Wer viel fährt, sollte auch hinter dem Steuer eine Sonnenbrille tragen.

  2. Am Wasser und im Schnee doppelt aufpassen: Wasser, Sand und Schnee reflektieren UV-Strahlung und erhöhen die Gesamtbelastung deutlich.

  3. Breiter Hutrand als Ergänzung: Ein Sonnenhut mit breiter Krempe reduziert die UV-Menge, die von oben ins Auge fällt, und ergänzt den Schutz durch eine Sonnenbrille.

  4. Regelmäßig zum Augenarzt: Besonders wer viel Zeit im Freien verbringt, sollte alle zwei Jahre eine augenärztliche Kontrolluntersuchung wahrnehmen, um Frühzeichen von UV-bedingten Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.

Gute Beratung beim Optiker lohnt sich

Wer sich beim Kauf einer Sonnenbrille unsicher ist, ist gut beraten, einen Fachoptiker aufzusuchen. Dort kann der UV-Schutz nachgemessen und die richtige Tönung für den jeweiligen Einsatzzweck ermittelt werden. Ketten wie eyes and more Optiker mit Filialen in ganz Deutschland bieten neben einem breiten Sortiment an Sonnenbrillen auch fachkundige Beratung und Sehtests an, was beim gezielten Kauf eines wirklich schützenden Modells hilfreich sein kann.

Bildschirmarbeit und das Auge: Ein oft übersehener Zusammenhang

Neben UV-Strahlung belasten auch lange Stunden vor Bildschirmen das Auge, wenngleich auf andere Weise. Blaues Licht, das von Smartphones, Laptops und Monitoren ausgestrahlt wird, kann die Netzhaut zwar in weit geringerem Maße schädigen als UV-Strahlung, führt aber zu Ermüdung, trockenen Augen und Konzentrationsschwäche. Wer täglich viele Stunden am Bildschirm verbringt, sollte regelmäßige Pausen einlegen und auf ausreichend Beleuchtung achten.

Dass Augenprobleme keineswegs auf Erwachsene beschränkt sind, zeigt auch ein Blick auf die Thematik der Hörprobleme und Sinnesbeeinträchtigungen im Kindesalter, die in einem anderen Ratgeber-Beitrag hier auf reportnet24.de behandelt wird. Sinnesorgane generell verlangen schon früh im Leben Aufmerksamkeit und Schutz.

Letztlich ist der Schutz der Augen vor UV-Strahlung eine Frage der Gewohnheit. Wer einmal verstanden hat, welche langfristigen Schäden ungeschütztes Sonnenlicht verursachen kann, wird die Sonnenbrille kaum noch zu Hause vergessen. Das Auge verzeiht viel, aber nicht alles.