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Landkreis Oberhavel - Wie bereits vermutet, handelt es sich bei dem metallischen Gegenstand auf dem Grundstück im Inselweg, Ortsteil Lehnitz, um eine 500-Kg-Bombe amerikanischen Typs mit chemischem Langzeitzünder. Das hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) heute Vormittag der Stadtverwaltung mitgeteilt. Die Bombe ist vollständig freigelegt und soll morgen, 18.11., entschärft werden. Dabei handelt es sich um die 212. Bombe, die seit 1990 in Oranienburg neutralisiert werden muss. Um die Bombe entschärfen zu können, tritt ab 8.00 Uhr ein Sperrbereich mit einem Radius von 1 000 Metern rund um den Fundort der Bombe in Kraft. Um die Entschärfung der Bombe sicher und reibungslos durchführen zu können, ist es zwingend erforderlich, dass sich in diesem Sperrkreis keine unbefugten Personen mehr aufhalten.

5 500 Menschen müssen somit ihre Wohnungen verlassen. Ab 8.00 Uhr wird der Sperrbereich von Feuerwehr und Polizei kontrolliert. Zur Unterstützung wird die Polizei ein Drohnenkommando einsetzen, das den Sperrbereich mittels Wärmebildkamera nach etwaigen Personen absucht. Sollte noch jemand im Sperrbereich angetroffen werden und den Anweisungen nicht Folge leisten, drohen Bußgelder bis zu 1 000 Euro sowie die Anwendung unmittelbaren Zwangs durch die Polizei. Wenn es keine Probleme bei der Entschärfung gibt, kann mit einer Aufhebung des Sperrbereiches gegen 15.00 Uhr gerechnet werden.

Für die vom Sperrbereich betroffenen Personen, hat die Stadtverwaltung Notunterkünfte eingerichtet. Diese sind im:

- Regine-Hildebrandt-Haus (Sachsenhausener Straße 1)

- Bürgerzentrum (Albert-Buchmann-Straße 17)

- Sporthalle der Havelschule (Albert-Buchmann-Straße 11)

- Sporthalle der Torhorstschule (Walther-Bothe-Straße 30-32)

- Sporthalle der Waldschule (Kölner Straße 21) und

- Sporthalle in Germendorf (Germendorfer Dorfstraße 59a).

Alle Anlaufstellen sind individuell bzw. über öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen. Es werden keine gesonderten Shuttle-Busse eingerichtet. Die Anlaufstellen dürfen nur von Personen ohne Krankheitssymptome aufgesucht werden. Während der gesamten Dauer des Aufenthalts ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Beim Einlass werden die Personalien erfasst. Es gibt speziell auf die aktuelle Eindämmungsverordnung angepasste Hygienekonzepte. So wird zum Beispiel mehrmals stündlich gelüftet und desinfiziert. Wer die Anlaufstellen nutzen will, sollte sich also entsprechend warm kleiden. Auch an ausreichend Verpflegung und ggf. persönliche Medikamente ist zu denken.

Nach jetzigem Stand leben im Sperrbereich nur wenige Personen, die an Corona erkrankt sind oder sich in die Quarantäne befinden. Für die Betroffenen wird eine individuelle Lösung gefunden.

Der S-Bahn-Verkehr ist aufgrund von Bauarbeiten ohnehin unterbrochen. Es gibt einen Schienenersatzverkehr, dieser wird den S-Bahnhof Lehnitz während der Bombenentschärfung jedoch nicht anfahren können, da er im Sperrbereich liegt. Die Regionalbahn wird bis 10.00 Uhr wie gewohnt fahren, ab 10.00 Uhr ist der Betrieb unterbrochen.

Für alle Fragen rund um die Bombenentschärfung hat die Stadtverwaltung ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist unter (03301) 600 900 zu erreichen und am heutigen Dienstag bis 19.00 Uhr geschaltet und am morgigen Mittwoch bis zum Abschluss der Entschärfung.

Die Kampfmittelexperten versuchen zunächst, die Bombe zu entschärfen. Sollte dies nicht gelingen, müsste die Bombe gesprengt werden. Bürgermeister Alexander Laesicke:

„Wir wissen alle, dass es nicht die erste Bombe ist, die in Oranienburg unschädlich gemacht wird. Dennoch zieht keine Routine ein. Jedes Mal aufs Neue müssen wir uns sehr gründlich vorbereiten. Dabei stellt uns Corona dieses Mal vor eine ganz besondere Herausforderung. Ich danke allen Oranienburgerinnen und Oranienburgern, dass sie diszipliniert und besonnen mit der Situation umgehen und den Hinweisen der Behörden folgen. Den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes wünsche ich eine möglichst problemfreie Entschärfung.“Archivvideo von 2012 -