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Das Online-Magazin in Brandenburg

Die durchgehenden Temperaturen um den Gefrierpunkt stellen den Straßenbahnbetrieb weiterhin vor große Herausforderungen. Anders als bei den eisigen Temperaturen bis zu -15 Grad Celsius vor wenigen Tagen, als die Bahnen der BVG durchgehend fahren konnten, ist die sehr untypische Wetterlage mit gefrierendem Regen nun problematisch für einen sicheren Betrieb. Besonders betroffen sind die Oberleitungen der Straßenbahnen, die flächendeckend vereist sind. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich immer wieder neues Eis. Die Enteisung der Oberleitungen dauert daher an.

Am Vormittag des morgigen Dienstag, 27.01., ist witterungsbedingt weiterhin kein Straßenbahnverkehr möglich. Darüber informiert die BVG frühzeitig, damit sich die Fahrgäste morgen darauf einstellen können. Ein Expert*innen-Team aus Infrastruktur, Bahn- und Busbetrieb der BVG erarbeitet unter Hochdruck Lösungen und Alternativen. Auch mit der zuständigen Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima und Umweltschutz befindet sich die BVG im Austausch. An der Morgenlage wird Senatorin Bonde teilnehmen.

Warum die Enteisung so aufwendig ist

Die vereisten Oberleitungen können nicht automatisiert enteist werden. Jeder einzelne Streckenabschnitt muss manuell bearbeitet werden. Dafür sind derzeit drei Turmwagen im Einsatz. Auf jedem Turmwagen arbeiten drei Kolleg*innen, die das Eis in schweißtreibender Handarbeit von den Oberleitungen entfernen.

Damit ein Streckenabschnitt wieder freigegeben werden kann, fährt direkt im Anschluss eine Straßenbahn ohne Fahrgäste hinter dem Turmwagen her. Erst wenn sichergestellt ist, dass die Technik wieder zuverlässig funktioniert, kann dieser Abschnitt wieder in den regulären Fahrgastverkehr gehen.

Große Fläche, viel Arbeit

Das Berliner Straßenbahnnetz umfasst rund 200 Kilometer Strecke, ist damit das drittgrößte der Welt. Was eigentlich ein Fakt ist, über den Fahrgäste und BVG froh sind, sorgt nun für den enormen aufwand. Regional war Berlin in der vergangenen Nacht besonders stark vom Eisregen betroffen, entsprechend zeitintensiv ist die Arbeit: Abschnitt für Abschnitt, Strecke für Strecke, Meter für Meter.

Sicherheit hat oberste Priorität

Die Arbeit auf den Turmwagen ist körperlich anspruchsvoll und erfolgt unter schwierigen Bedingungen. Vereiste Oberleitungen, Nässe und rutschige Flächen erfordern höchste Konzentration. Die Sicherheit unserer Kolleg*innen steht dabei immer an erster Stelle – auch wenn dies bedeutet, dass die Arbeiten mehr Zeit in Anspruch nehmen.

U-Bahn und Bus halten BVG-Verkehr am Laufen

Auf einzelnen Abschnitten konnten zwar wieder erste Straßenbahnen ohne Fahrgäste fahren, dennoch liegt weiterhin viel Arbeit vor den Teams. Wann ein regulärer Betrieb wieder möglich ist, kann derzeit nicht abgesehen werden. Unsere Kolleg*innen sind mit großem Einsatz rund um die Uhr im Einsatz, um den Straßenbahnverkehr so schnell und sicher wie möglich wieder aufzunehmen. Über Fortschritte informieren wir fortlaufend.

Positive Meldung gibt es von der U-Bahn. Die U3 fährt nun auch wieder zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke. Damit ist nur noch die U2 von vereisten Stromschienen betroffen und ist weiterhin zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz und zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Der Stromschienen-Schmierzug ist im Einsatz, um die Stromschienen zu enteisen.

Der Busverkehr ist aktuell weitgehend ohne Beeinträchtigungen möglich. Vereinzelt kann es aufgrund von Glätte dennoch zu kurzfristigen Einschränkungen oder Verzögerungen kommen. Die BVG bittet ihre Fahrgäste hierfür um Verständnis.