Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben, Bus-Ersatzverkehr beendet • DB InfraGO-Chef Philipp Nagl: „Die größte der bis 2036 geplanten Korridorsanierungen ist abgeschlossen.“ • Verzögerungen in der Anlaufphase noch möglich - Berlin, 14. Juni 2026) Die DB InfraGO hat die Korridorsanierung auf Deutschlands wichtigster Städteverbindung zwischen Hamburg und Berlin abgeschlossen. Nachdem der Abschnitt von Hamburg bis Hagenow Land seit dem 15. Mai bereits wieder in Betrieb ist, rollen seit heute wieder Fern-, Regional- und Güterverkehrszüge durchgehend über die 278 Kilometer lange Strecke.
In den nächsten Tagen finden in einigen Streckenabschnitten noch Abnahmefahrten statt. Bis diese vollständig abgeschlossen sind, werden noch abschnittsweise Geschwindigkeitseinschränkungen für Fernverkehrszüge erforderlich sein, die sich in Teilen auch auf den Regionalverkehr auswirken können. Die angepassten Fahrpläne und Verspätungsprognosen sind über die Auskunftsmedien bahn.de und im DB Navigator hinterlegt. An den Bahnhöfen in Hamburg und Berlin sind zusätzliche Servicekräfte für die Reisenden im Einsatz. Zudem sind Fachteams an der Strecke unterwegs, um etwaige einzelne Störungen, die in den ersten Wochen auftreten können, schnellstmöglich zu beseitigen.
Zwischen Hamburg und Berlin sowie den verschiedenen Regionen, die dieser Schienenkorridor miteinander verbindet, finden in Summe täglich 470 Zugfahrten im Fern-, Regional- und Güterverkehr statt.
Rund 1.000 Mitarbeitende der DB und der Bauunternehmen haben seit dem 1. August 2025 die überalterte und störanfällige Infrastruktur erneuert. Die DB und ihre Baupartner haben gemeinsam ein enormes Bauprogramm umgesetzt:
- 165 Kilometer neue Gleise
- 249 neue Weichen
- Sieben neue Überleitstellen (für mehr Flexibilität im Zugverkehr)
- Knapp fünf Kilometer Lärmschutzwände im Bereich Wohltorf/Aumühle grunderneuert
- Sechs neue Stellwerke errichtet, 19 Stellwerke modernisiert
- 28 modernisierte Bahnhöfe bieten mehr Komfort und Barrierefreiheit Die Technik und Stellwerke sind jetzt für das europäische Zugbeeinflussungssystem (ETCS) vorbereitet. Die gesamte Strecke wurde zudem für den zukünftigen 5G-Bahnfunk (FRMCS) ertüchtigt und ermöglicht die Ausrüstung mit zusätzlichen Mobilfunkanlagen für besseren Handyempfang. Fahrgäste und Güterverkehrskunden profitieren langfristig von einer modernen, verlässlichen Strecke und von mehreren Jahren ohne größere Bauarbeiten.
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO:
„Mit Hamburg – Berlin haben wir die größte Korridorsanierung innerhalb des bis 2036 geplanten Programms nun abgeschlossen. Dank des Sondervermögens des Bundes sind solche umfassenden Sanierungsmaßnahmen überhaupt erst möglich. Herzlichen Dank an alle, die an dieser herausfordernden Aufgabe mitgewirkt haben: an die Mitarbeitenden, die Baufirmen, die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen. Für die Geduld und das Verständnis während der verlängerten Bauarbeiten durch den strengen Winter und des Wiederanlaufens der Verkehre möchte ich heute allen Fahrgästen, Anwohnenden und Kommunen persönlich danken.“
Umfangreiches Bauprogramm auch für die Bahnhöfe
Die DB InfraGO hat auch die 28 Verkehrsstationen entlang der Strecke modernisiert. Damit verbessert sich das Erlebnis der Reisenden am Bahnhof und im Bahnhofsumfeld. Dafür hat die DB Bahnsteige verlängert und erhöht, Dächer verlängert und Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen installiert. Viele Bahnhöfe erhielten neu gestaltete Personenunterführungen, zusätzliche Sitz- und Wartemöglichkeiten, bessere Fahrradparkplätze und regionale Gestaltungskonzepte. Ein herausragendes Beispiel ist der Bahnhof von Wittenberge in Brandenburg, wo es gemeinsam mit der Stadt gelungen ist, Bahnhof und Umfeld mustergültig zu renovieren. An einigen Bahnhöfen finden noch Restarbeiten statt. Aus diesem Grund sind Bahnsteige an den Stationen Müssen, Nauen, Falkensee und Albrechtshof vorübergehend noch nicht oder nur eingeschränkt barrierefrei erreichbar. Für mobilitätseingeschränkte Reisende gibt es ein Ersatzkonzept.
Positive Bilanz zum Verkehrskonzept
Zum Abschluss der Bauarbeiten zieht die DB eine positive Bilanz zum Verkehrskonzept für die Reisenden. Fernverkehrszüge und einzelne Regionalzüge verkehrten in den vergangenen Monaten zuverlässig auf Umleitungsstrecken. Im Regionalverkehr wurde gemeinsam mit den Ländern ein umfangreicher Ersatzverkehr mit 170 modernen Bussen auf die Straße gebracht. Seit Mitte August 2025 haben diese rund 25 Millionen Kilometer zurückgelegt.
Nächste Meilensteine im Hochleistungsnetz
Nach Hamburg – Berlin stehen noch in diesem Sommer weitere wichtige Bahnstrecken nach ihrer Sanierung wieder zur Verfügung: In rund einem Monat wird die DB InfraGO die Korridorsanierung von zwei weiteren hochbelasteten Streckenabschnitten abgeschlossen haben (Hagen – Wuppertal – Köln und Nürnberg – Regensburg). Dann werden bereits rund 580 Kilometer des künftigen Hochleistungsnetzes grundlegend modernisiert sein. Es geht kontinuierlich weiter: Mit dem heutigen Tag beginnen die Bauarbeiten der Korridorsanierung zwischen Obertraubling und Passau. Die Arbeiten zwischen Troisdorf und Wiesbaden entlang der Strecke am rechten Rhein starten Mitte Juli.



