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Es gibt Erfindungen, die sich erst auf den zweiten oder dritten Blick als genial erweisen. So etwa die Luftpolsterfolie, die im Jahr 1957 von den amerikanischen Ingenieuren Alfred Fielding und Marc Chavannes als klassische Garagenerfindung ersonnen wurde. Als Zweck hatten die Tüftler allerdings eine futuristische Tapete mit „Weltraumoptik“ im Sinn – was sich trotz des vorherrschenden Zeitgeistes nicht durchsetzen konnte. Dafür erkannten Fielding und Chavannes die stoßdämpfenden Eigenschaften ihrer Folie als den eigentlichen Clou. Grund genug für ein Patent und die Gründung eines bis heute in der Herstellung von Verpackungen führenden Unternehmens. Welch große Bedeutung ihr Produkt auch im Brandenburg der 2020er spielen würde, konnten die Erfinder natürlich nicht vorausahnen. Und auch nicht, dass heute jedes Kind die Frage „Was sind Luftpolstertaschen?“ beantworten kann.

Paket, Päckchen oder Luftpolstertasche?

Zwar ist der Versand klassischer Briefe seit Beginn des digitalen Kommunikationszeitalters deutlich rückläufig. Doch anders als Texte und Bilder kann man physische Produkte nicht digital versenden. Da der Versandhandel auch durch das Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt, nimmt die Zahl an postverschickten Waren sogar stetig zu. Zwar liegt Brandenburgs Anteil am deutschen E-Commerce mit knapp 1,8 Milliarden Euro Jahresumsatz nur etwas oberhalb von 2 % des Gesamtmarktes. Dennoch kommen alleine hier rund 96 Millionen E-Commerce-Sendungen zusammen.

Darunter finden sich natürlich zahlreiche Konsumgüter, die im Päckchen, Paket oder sogar auf der Palette transportiert werden. Genau wie viele kleine, im Umschlag transportierte Waren werden auch viele XXL-Produkte durch Luftpolster geschützt. Nimmt man alle Verpackungsarten und -Größen zusammen, findet man Luftpolsterfolie an beziehungsweise in 42,5 % aller Sendungen. Dass die Luftpolstertasche daran einen eher kleinen Anteil hat, macht ihre Bedeutung keineswegs geringer.

Erfolg ist immer gut verpackt

Ob in Brandenburg oder anderswo: Die meistgenannten Faktoren für eine Kaufentscheidung sind der Preis und die Produktqualität. Doch auch der Versand spielt eine Rolle. Nicht nur, dass er möglichst zügig erfolgen soll – die bestellte Ware muss natürlich auch ohne Transportschäden an ihr Ziel gelangen. Und was sind Luftpolstertaschen im Vergleich zu klassischen Groß- und Maxibriefen? Sie bieten auch kleinformatigen, zerbrechlichen Gegenständen eine sichere Umgebung für den Versand – und manchmal sogar für die spätere Aufbewahrung.

Dass innerhalb Brandenburgs pro Jahr zwar fast 39 Millionen Pakete mit Luftpolster, aber weniger als 2 Millionen Luftpolsterumschläge verschickt werden, ist leicht zu erklären. Denn große, im Paket verschickte Waren sind meistens gleichermaßen schwer wie zerbrechlich. Anders die klassischen, per Groß- oder Maxibrief verschickten Produkte: Bücher, Kalender, USB-Sticks, Ladekabel, Gewürztütchen oder die Schutzfolie für das Display des Smartphones sind nur einige Beispiele kleiner Waren, die auch ohne zusätzliche Polsterung auskommen.

Doch es gibt eben auch die technischen Bauteile, gläsernen Flakons oder den filigranen Schmuck – der Bedarf nach Luftpolstertaschen lässt sich also nicht wegdiskutieren. Fakt ist auch: Während man die schützende Folie im Paket oft auch durch recycelte Wellpappe. Holzwolle oder Styroporchips ersetzen kann, gibt es zum kleinen Polsterbrief kaum eine probate Alternative.

 

Fazit: Alles gut gepolstert?

Ganz gleich, ob im Paket oder in Form eines Briefes, auf Luftpolster wird man auch in der Zukunft nicht verzichten können. Übrigens handelt es sich um ein absolut nachhaltiges Produkt, denn Luftpolster sind quasi verschleißfrei und können daher fast beliebig oft wiederverwendet werden – sofern man der Versuchung widerstehen kann, die einzelnen Kapseln laut ploppend auszudrücken …