Berlin, Februar 2026. 1975 legalisierte Deutschland die Verbreitung von Pornografie. Heute stehen Pornos dank Internet und Social Media jederzeit und überall zum Abruf bereit. Etwa 12,5 Prozent aller deutschen Webseitenaufrufe enthalten pornografische Inhalte, analysierte die Firma Similarweb. Männer nutzen diese Angebote besonders häufig. Darin liegt eine Gefahr für die eigene sexuelle Gesundheit, erklärt der Berliner Sexualtherapeut Gavin Sexton. Exzessiver Pornokonsum könne das Gehirn überreizen, ein toxisches Geschlechterbild erzeugen, Sucht auslösen und partnerschaftliche Beziehungen stören. Erektionsstörungen, Orgasmushemmungen, vorzeitiger Samenerguss oder Libidoverlust sind die Folgen, die seine Lovebetter Gesellschaft für männliche Sexualität ganzheitlich adressiert. Gavin Sexton erklärt, warum in Sachen Pornografie die Dosis das Gift macht.
Dopamin kickt
Befragungen der Universität Gießen zeigen, dass hierzulande rund neun von zehn Männern zwischen 18 und 30 Jahren wiederholt auf pornografische Inhalte zurückgreifen. 3,4 Prozent der deutschen Pornofans weisen sogar eine pathologische Nutzungsstörung auf, auch Pornosucht genannt. „Am Thema Pornografie kommen wir in der Arbeit mit Männern häufig nicht vorbei“, sagt Lovebetter-Gründer Gavin Sexton. Mit einem interdisziplinären Team und ganzheitlichem Ansatz hilft er Männern seit 2017, Blockaden und Unstimmigkeiten im Sexualleben erfolgreich aufzulösen. „Mir berichten Klienten häufig von weniger
Lust auf oder unzureichender Erregung beim Sex innerhalb und außerhalb der Beziehung. Nicht selten spielt ungesunder Pornokonsum eine ursächliche Rolle“, so der 36-Jährige. Das Tückische daran sei, dass Männer unbewusst toxische Männlichkeitsbilder und ungesunde Erwartungen an Sexualität aufbauen und diese fortan ihr sexuelles Erleben dominieren und beeinträchtigen. Bei vielen Männern führe das beim Sex zu Leistungsdruck, starker Anspannung und Versagensangst. Die Überreizung des Gehirns und der Gewöhnungseffekt sorgen für eine emotionale Abstumpfung. Dopaminkicks beim Anblick von sexuell explizitem Inhalt machen süchtig, lenken von Alltagsproblemen ab, setzen bei kontinuierlichem Reiz jedoch immer später ein.
Kinder und Jugendliche betroffen
Schon vor den ersten eigenen sexuellen Erfahrungen und dem Sexualunterricht sieht ein Großteil Minderjähriger pornografische Inhalte. Ob über Social Media in den Feed gespült, von Mitschülern zugeschickt oder auf Smartphones der Älteren gefunden: Heute machen Pornos bei vielen jungen Menschen die ersten Berührungspunkte mit Sexualität aus. Dabei ist nicht unbedingt das Alter entscheidend, sondern die Hinführung zum sexuellen Idealbild. „Die meisten Pornos stellen unrealistische Erwartungshaltungen an alle Parteien. Sie zeigen Fantasien von Erwachsenen, die Idealbilder und Übertreibungen in intime Wunschszenarien übertragen“, so der Insider. Er stellt die Frage in den Raum: „Wie soll ein Junge, der mit sexuell unrealistischen Erwartungshaltungen groß wird, später ein gesundes Sexualleben führen?“ Im Verlauf des Lebens können diese toxischen Idealbilder zu sexuellen Funktionsstörungen führen, die Betroffene stark belasten.
Starke Eigenmotivation
Gavin Sexton rät zu einem milden und achtsamen Pornokonsum – nicht als Ersatz, sondern als Bonus für die eigene Sexualität. Der befeuere die Fantasie, Kreativität und Lust. Die zwischenmenschliche Intimität erlaubt das Unperfekte. Sie solle nie mit der pornografischen Scheinwelt, in der Darstellende übertriebene Szenen und Happy Ends spielen, konkurrieren.
Trotz der weiten Verbreitung ist das Thema gesellschaftlich weiterhin mit Scham und Tabus belegt. „Gerade Männer reden ungern im Detail über eigene sexuelle Themen. Aber es beschäftigt sie sehr, wenn es im Bett nicht läuft wie erhofft“. Darum gehen laut Sexton viele Betroffene das Problem intrinsisch motiviert an. In einem entspannten und diskreten Setting gelingen offene Gespräche auf Augenhöhe und eine Bestandsaufnahme. Hier bringt sich sein Team aus Körper- und Sexualtherapeuten, Psychologen, psychologischen Psychotherapeuten, NLP- und Hypnose-Coaches und Urologen ein. Die mehrmonatige, rein digitale Begleitung fokussiert alle für die Sexualität relevanten Teilaspekte: die Psyche, den Körper, das Gehirn und die vorherrschende Beziehungsdynamik innerhalb der Partnerschaft. „Wir begleiten unsere Klienten gern, die Lust an der Lust wiederzuentdecken, damit sich die schönste Nebensache der Welt mit Vorfreude, Wohlfühlen, Sinnlichkeit, Genuss und Loslassen füllt.“
Was Gavin Sexton als Onlinemagazin zum Thema männliche Sexualität begann, mündete 2017 in der Gründung von Lovebetter mit heutigem Sitz in Berlin. Mit ganzheitlichem Ansatz adressieren Sexton und sein aktuell 20-köpfiges Team einen großen Katalog an Problemen, um Männern die Freude an der schönsten Nebensache der Welt zurückzugeben. Körpertherapeuten, Sexualtherapeuten, Psychologen, psychologische Psychotherapeuten, NLP- und Hypnose-Coaches sowie ein externer Urologe zur medizinischen Einordnung stehen Klienten zur Verfügung. Das digitale, mehrmonatige Programm hält neben Einzel- auch Gruppenformate in unterschiedlichen Intensitätsstufen bereit.



