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Busse und Bahnen der BVG immer zuverlässiger unterwegs ● Erstmals seit Ende 2023 Verbesserung im Bus-Angebot ● Flottenerneuerung nimmt weiter Fahrt auf ● Sicherheitsstrategie greift

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kommen auf ihrem Stabilitätskurs weiter voran. Das zeigen die Entwicklungen des ersten Halbjahres 2026, die heute bei einem Sommerupdate vom BVG-Vorstandsvorsitzenden Henrik Falk vorgestellt wurden. Busse und Straßenbahnen sind inzwischen auf hohem Niveau zuverlässig unterwegs. Bei der U-Bahn hat sich die Zuverlässigkeit durch die laufende Flottenerneuerung deutlich verbessert.

Neue Fahrzeuge kommen in großer Zahl auf die Schiene und Straße, und die stabile Personalsituation im Fahrbetrieb ermöglicht erstmals seit Ende 2023 wieder Angebotsverbesserungen im Busverkehr. Gleichzeitig treibt die BVG wichtige Infrastrukturprojekte voran. Auch die Sicherheitsstrategie zeigt Wirkung: Die Zahl der registrierten Straftaten ist erneut deutlich zurückgegangen, während neue Angebote den Fahrgästen mehr Orientierung geben.

„Vor anderthalb Jahren haben wir gesagt: Stabilität geht vor Wachstum. Heute können wir zeigen, dass dieser Kurs wirkt und dass unsere Fahrgäste davon Tag für Tag profitieren“, sagt BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk. „Im ersten Halbjahr 2026 haben wir weitere große Schritte in die richtige Richtung gemacht und erreichen regelmäßig Zuverlässigkeiten von 99 Prozent und mehr. Parallel treiben wir wichtige Zukunftsprojekte konsequent voran und schaffen so die Grundlage für die Berliner Mobilität von morgen.“

Die Basis dafür ist gut: Laut einem im Juni vorgestellten Gutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verfügt Berlin über das bundesweit beste ÖPNV-Netz. Jetzt geht es darum, diese Qualität mit einem stabilen Betrieb und gezielten Investitionen nachhaltig zu sichern und weiter auszubauen.

Kommt der im Fahrplan angekündigte Bus oder die Bahn, oder kommen sie nicht? Diese Frage ist für die Fahrgäste im Nahverkehr im Alltag die wichtigste. Die Kennzahl dafür heißt „Zuverlässigkeit“ und der Blick auf die Zahlen des ersten Halbjahres zeigt die Erfolge des BVG-Kurses. Die genannten Werte sind bereinigt um externe Einflüsse wie beispielsweise Streiks, Baustellen oder Polizeieinsätze. Sie bilden also die „reine“ BVG-Leistung ab, ohne diese äußeren Faktoren. Danach lag die Zuverlässigkeit bei Straßenbahn und Bus im ersten Halbjahr mit 99,3 Prozent (2025 gesamt: 98,6 Prozent) beziehungsweise 99,6 Prozent (2025: 99,5 Prozent) auf sehr hohem Niveau. Besonders deutlich verbesserte sich die U-Bahn von 94,3 im Jahr 2025 auf 98,5 Prozent im ersten Halbjahr 2026.

Flottenerneuerung und neue Mitarbeitende sind Erfolgsfaktoren

Wichtigste Faktoren dafür sind die laufende Flottenerneuerung und die stabile Personalentwicklung. Rund 240 neue U-Bahn-Wagen der Baureihen J und JK sind heute bereits im Einsatz. Der Abruf weiterer 166 mit dem modernen Zugsteuerungssystem CBTC ausgestatteter Wagen ist bereits beschlossen. Hinzu kommen 70 neue E-Gelenkbusse sowie fünf Straßenbahnen des Typs Urbanliner.

Gleichzeitig stellte die BVG im ersten Halbjahr rund 760 neue Mitarbeitende ein – fast 90 Prozent davon für den operativen Bereich. Die stabile Teamstärke macht sich nun auch unmittelbar für die Fahrgäste bemerkbar: Zum Ende der Sommerferien verbessert die BVG erstmals seit Ende 2023 wieder ihr Angebot im Busverkehr. Das Metrobusnetz wächst dann um fast fünf Kilometer, Takte werden verdichtet und Quartiere besser angeschlossen.

Infrastruktur: modernisieren und weiterbauen

Neben Fahrzeugen und Personal ist eine leistungsfähige Infrastruktur entscheidend für einen dauerhaft stabilen Betrieb. Bei der U-Bahn hat im Juli mit dem Spatenstich die Erneuerung des Waisentunnels begonnen. Der Tunnel verbindet die U5 mit dem übrigen Großprofilnetz. Auch die geplante Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel wird konkreter. Der Senat hat der BVG den Planungsauftrag für die nächste Phase erteilt.

Bei der Straßenbahn entsteht in Adlershof der erste neue Betriebshof seit 40 Jahren. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Generalunternehmer. Auch beim Ausbau des Straßenbahnnetzes geht es weiter: Für die Neubaustrecke Mahlsdorf wurde Ende Mai eine Einigung über die Trassenführung erzielt. Die Strecke soll zweigleisig über die Hönower Straße verlaufen.

Neue Infrastruktur entsteht auch für die wachsende E-Bus-Flotte. Die Bauprojekte für die neuen E-Busbetriebshöfe in Treptow und an der Säntisstraße liegen im Plan. Parallel baut die BVG die Schnellladeinfrastruktur im Stadtgebiet aus. An der Endhaltestelle S Marzahn hat Ende Juni der Testbetrieb begonnen. 19 weitere Standorte sollen folgen.

Sicherheitsstrategie zeigt Wirkung: weniger Delikte, mehr Orientierung

Auch bei der Sicherheit setzt sich der positive Trend fort. Im ersten Halbjahr 2026 ging die Zahl der registrierten Straftaten im BVG-Netz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 16 Prozent zurück. Besonders deutlich sanken die Taschendiebstähle um 31 Prozent. Auch Gewalt-, Körperverletzungs- und Sexualdelikte waren rückläufig.

Parallel läuft die Ausweitung der Videodetektion auf weitere Standorte planmäßig. Aktuell sind 87 Detektionskameras an 16 U-Bahnhöfen im Einsatz. Allein am U-Bahnhof Schloßstraße kamen zuletzt 24 weitere Kameras hinzu. Die Technik unterstützt dabei, auffällige Situationen in den Gleis- und Tunnelbereichen frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf reagieren zu können.

Gleichzeitig erprobt die BVG neue Möglichkeiten, Fahrgäste stärker einzubeziehen. Am Innovationsbahnhof Kottbusser Tor ist seit dieser Woche der neue WhatsApp-Kanal im Testbetrieb. Fahrgäste können darüber unkompliziert Schmutz, Schäden und weitere Hinweise per Smartphone melden.

Auch das Pilotprojekt „Pink*Zone“ zeigt erste positive Ergebnisse. Seit Juli machen auffällige Markierungen an fünf U-Bahnhöfen die vorhandenen Notruf- und Informationssäulen besser sichtbar und erleichtern den Zugang zu Information und Hilfe. Eine erste Befragung zeigt: Neun von zehn Befragten finden, dass die neue Gestaltung dabei hilft.

„Was wir bewegt, angeschoben und schon umgesetzt haben, ist alles andere als selbstverständlich“, sagt Henrik Falk. „Wohl noch nie wurden bei der BVG so viele wegweisende Maßnahmen in so kurzer Zeit angepackt. Mit klarem Fokus arbeiten wir weiter daran, das Gesamtsystem zu modernisieren und so aufzustellen, dass wir zum 100-jährigen Jubiläum unserer BVG mit großer Zuversicht auf die nächsten Jahrzehnte blicken können.“