Wer heute shoppen möchte, findet immer einen Grund oder einen Anlass. Irgendwo gibt es eine Rabattaktion, einen neuen Hype bei Instagram oder einfach nur miese Laune mit Kompensationsbedarf. Auf der anderen Seite wächst aber auch das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit. Fast-Fashion und Co. geraten immer stärker in die Kritik, stattdessen setzen vor allem junge Generationen (aber auch ältere Menschen) mehr auf Langlebigkeit, Reparatur und sogar Second-Hand.
Wie ticken wir heute? Sind wir noch immer so leicht mit Marketing auszutricksen und fallen auf psychologische Verkaufstricks von „damals“ rein oder hinterfragen wir doch häufiger, was wir da eigentlich tun. In den 60er Jahren sorgte das MAD Magazin mit seiner satirischen Kritik am damaligen Konsumverhalten teils für Lacher und teils für Ärger.
Heutiges Shoppingangebot erfordert Wachsamkeit beim Einkauf
Wer sich durchs Internet bewegt, wird mit Werbung konfrontiert. Selbst der beste Werbetracker ist nicht in der Lage, das zu unterbinden. Spätestens beim Besuch gängiger sozialer Medien poppen Ads und andere Werbemaßnahmen auf. Sie versprechen das sprichwörtliche „Blaue“ vom Himmel herunter und genau das sollte Misstrauen wecken.
Bietet ein Händler plötzlich Produkte im Wert von 200 Euro umsonst an, steckt dahinter entweder Massenware auf Schrottniveau oder Abzocke. Gleiches gilt aber nicht nur beim Shoppen, sondern auch bei Inanspruchnahme von Dienstleistungen oder Freizeitaktivitäten. Wenn eines der beliebt gewordenen Online Casinos plötzlich einen gigantischen Bonus anbietet, hilft ein Blick aufs Kleingedruckte oder auf unabhängige Plattformen wie https://www.hochgepokert.com/casino/300-casino-bonus/.
Verbraucherzentralen sind ebenfalls hilfreich, denn sie kennen die typischen Tricks und Fallen, die sich immer wieder wiederholen. Worst-Case aus Verbrauchersicht ist ein Fake-Shop, der mit cleverem Marketing für Käufe sorgt, aber keinen Gegenwert bietet. Dafür hat die Verbraucherzentrale einen Fakeshop-Finder eingerichtet, um URLs im Internet zu prüfen. Anders als im Ladenlokal vor Ort hilft das sprichwörtliche „Bauchgefühl“ oder der Ersteindruck des Gegenübers nicht weiter.
Die satirische Kritik von damals
In Ausgabe #108 des Mad-Magazins ging es um die satirische Kritik am damaligen Konsumkult. Mithilfe eines Shopping-Guides wurden Geschenkideen aufgelistet, deren Nützlichkeit nur beim ersten Blick erkennbar war. Beim zweiten Blick war klar zu erkennen, dass diese Dinge überflüssig und ohne weiteren Nutzen waren.
Man wollte mit dem Beitrag von damals aus der Nachkriegszeit verdeutlichen, wie häufig Menschen Einkaufsentscheidungen treffen, ohne das Produkt eigentlich zu brauchen. Stattdessen stecken dahinter irrationale Vorstellungen, Meinungen, soziale Zwänge oder clevere Werbung.
Aber wie denkt der Mensch heute? Lassen wir uns weiterhin so stark von den Medien beeinflussen und kaufen, obwohl wir nicht müssten? Tatsächlich schon! Massenphänomene sind immer wieder zu beobachten, auch wenn es auf der anderen Seite die achtsame Gegenbewegung gibt.
Die Macht von Hypes und Trends
Durch steigende Preise müssen immer mehr Menschen ihre Finanzen genau im Blick haben und überwachen. Auf der anderen Seite verwundert es immer wieder, wie kaufbereit Menschen sind, wenn es einen neuen Hype oder Trend gibt. Im Jahr 2024 brachte eine Süßigkeit namens „Dubai Schokolade“ die Menschen dazu, sich über Stunden in Warteschlangen zu stellen und viel Geld auszugeben.
Bei genauer Betrachtung handelt es sich um eine Vollmilchschokolade mit Sesammuß, Pistaziencreme und Engelshaar. Ursprünglicher Hersteller war eine Manufaktur in Dubai. Nachdem eine bekannte Influencerin die schon 2021 entwickelte Schokolade 2023 probierte und mit ihrem Video viral ging, begann der „Hypetrain“ seine Fahrt.
Anfangs war die Schokolade nur sehr selten zu bekommen. Verknappung (oft auch künstlich) führt bei vielen Menschen dazu, dass sie unbedingt ein Stück des Kuchens (oder in dem Fall der Schokolade) bekommen wollen und bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Und so erklären sich dann auch die langen Warteschlangen vor den Stores eines namhaften Schokoladenherstellers, der Dubai-Schokoladentafeln mit Nummerierung verkaufte.
An solchen Fällen zeigt sich klar, dass die Unvernunft beim Kaufen noch lange nicht besser geworden ist, wenngleich es auch bewusste Käufer gibt. Die gab es in der Nachkriegszeit ebenfalls.
2025 wurde bereits die nächste Hypewelle losgetreten, diesmal in Form von kleinen Stofftieren, die auf den Namen Labubu hören und aus China stammen. Man möchte nun glauben, dass hier vor allem Kinder angesprochen sind, doch der Sammelhype hat längst auch Erwachsene ereilt. Mehrwert? Muss ideell sein, eventuell sind Sammlerwerte möglich. Doch am Ende laufen viele Hypes auf dasselbe Ergebnis hinaus: Sie geraten in Vergessenheit.
Spannende Trends der letzten 30 Jahre:
-
Das Tamagotchi war in den 90ern das gefragteste Haustier und wurde für teures Geld gekauft.
-
Der Einhorn-Hype in den 2000ern führte dazu, dass sogar Shampoos mit Einhorndruck und Schokolade mit „Einhorngeschmack“ unter Sammlern zu Höchstpreisen verkauft wurden.
-
Der Stanley-Cup Hype im Jahr 2024, bei dem Menschen vor Supermärkten übernachteten, um einen Becher zu bekommen.
Lokal gab und gibt es immer wieder Hypes, die Menschen zum Einkaufen bringen. Wer sich davon fesseln lässt, ist nicht unbedingt mental schwach. Oft steckt der Wunsch dahinter, einer Gruppierung anzugehören und sich mit anderen zusammenzuschließen. Diesen „Hype“ erleben zahlreiche Länder alle vier Jahre bei Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball. Plötzlich trägt jeder die Landesflaggen und man kauft Chips nur noch in Form von Fußballtoren.
Konsumtage zeigen ihre psychologischen Effekte
Wie gut Marketing funktioniert, zeigt sich auch immer wieder an speziellen Konsumtagen. Black Friday aus Amerika ist hier ein Paradebeispiel. Was jenseits des großen Teichs begann, ist hier in Deutschland längst ein ebenso starker Hype. Rund um Black Friday kaufen die Menschen oft Dinge, die sie gar nicht benötigen. Grund ist die (vermeintliche) Preisreduzierung. In den USA ufert dieser Tag oft in Schlägereien und Stürmungen von lokalen Shops aus, hierzulande geht man „fast“ zivilisiert vor.
Geshoppt wird vor allem online, denn Händler wie Amazon und Co. geben mit einer medienwirksamen Blackweek den Ton vor. Schon Wochen zuvor wird spekuliert, was im Angebot ist und hier trennt sich bei Konsumenten die Spreu vom Weizen. Wer clever agiert, kann zu Black Friday Weihnachtsgeschenke und Dinge, die benötigt werden, tatsächlich günstiger kaufen und sparen. Wer einfach nur kauft, weil es gerade ein Angebot ist, hat sich vom Marketing „catchen“ lassen. Denn das größte Sparpotenzial entsteht, wenn man nicht kauft, was man nicht braucht!



