Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel – und mit ihr die Anforderungen an moderne Büroeinrichtungen. Während hybride Arbeitsmodelle längst zum Alltag gehören, rückt mit der Nachhaltigkeit ein weiterer Aspekt zunehmend in den Fokus. Das bedeutet vor allem: Büromöbel sollen heute nicht nur funktional und ästhetisch sein, sondern auch ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Gleichzeitig müssen sie flexibel genug bleiben, um mit wechselnden Einrichtungstrends und veränderten Raumkonzepten Schritt halten zu können. All dies stellt die Hersteller vor neue Herausforderungen, doch viele Lösungen sind bereits gefunden.
Die hybride Arbeit verändert bereits die Bürolandschaft
Die Zahlen sind klar und verdeutlichen einen elementaren Wandel in der Arbeitsrealität: Mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten arbeitet mittlerweile hybrid, wodurch im Schnitt zwei von fünf aller in den Unternehmen bestehenden Schreibtische ungenutzt bleiben. Natürlich hat diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen für die Büroplanung: Immer häufiger weichen starre Einzelarbeitsplätze modularen Systemen, die sich schnell an wechselnde Teamgrößen anpassen lassen. So können Unternehmen ihren Flächenbedarf signifikant senken – und das ist auch im Hinblick auf die hohen Immobilienpreise ein relevanter Faktor.
Auch bei Büromöbeln ist die Kreislaufwirtschaft eine Antwort auf den Ressourcenverbrauch
Endlich einmal eine gute Nachricht: Moderne Flexibilität und das Einsparen von Ressourcen sind zwei Seiten derselben Medaille. Kein Wunder also, dass der europäische Markt für nachhaltige Möbel wächst mit knapp zehn Prozent jährlich deutlich schneller wächst als das Gesamtsegment. Immer mehr Hersteller setzen auf Kreislaufwirtschaft und innovative Materialien. Schon heute werden recycelte PET-Flaschen zu Sitzbezügen, während naschwachsende Hanffasern konventionelle Polsterungen ersetzen. und Rücknahmeprogramme der Unternehmen sorgen zudem dafür, dass ausgediente Möbel nicht auf der Deponie oder gar in der Verbrennung landen.
Der niederländische Hersteller Vepa etwa geht mit gutem Beispiel voran: Hier produziert man nahezu abfallfrei und bietet Refurbishment-Lösungen an, die den Lebenszyklus von Büromöbeln erheblich verlängern. Solche Konzepte zahlen sich auch ökologisch aus: Die Wiederverwendung von Büromöbeln kann europaweit mehrere Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Besonders gefragt sind dabei Materialien mit einem nachweislich geringen ökologischen Fußabdruck. Dazu gehören unter anderem
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recycelte Kunststoffe aus Meeresabfällen,
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FSC-zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft sowie
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nachwachsende, kompostierbare Naturfasern wie Hanf oder Flachs.
Förderprogramme unterstützen den Wandel
Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit wird längst auch politisch flankiert. Verschiedene Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene unterstützen kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre Betriebsausstattung ressourcenschonender zu gestalten. In Brandenburg etwa hilft die EFRE-Förderung für Nachhaltigkeit in KMU den Betrieben beim Wasser- und Ressourcensparen – ein Ansatz, der sich auch auf die Beschaffung nachhaltiger Büroeinrichtungen übertragen lässt.
Doch die Nachfrage nach umweltbewussten Lösungen kommt nicht nur von oben: Rund 28 Millionen Deutsche achten beim Möbelkauf auf Klima-, Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Ein Drittel der Verbraucher ist gerne bereit, für nachhaltige Produkte einen Aufpreis von zehn Prozent oder mehr zu zahlen. Für Unternehmen bedeutet das: Wer bei der Büroeinrichtung auf nachhaltige Qualität setzt, stärkt neben dem eigenen Umweltprofil auch seine Reputation.
Kurz gesagt? Die Zukunft der Büromöbel hat bereits begonnen
Die Hersteller von (Büro-)Möbeln erleben derzeit also einen gravierenden Umbruch, für den sich Wandelbarkeit und Nachhaltigkeit wie zwei Puzzleteile passgenau zusammenfügen. Modulare, an wechselnde Anforderungen anpassbare Systeme werden dabei ebenso wie kreislauffähige Rohstoffe zum üblichen Standard – und zwar quer durch alle Wirtschaftsbereiche. All dies ist nicht nur im Sinne einer flexiblen, neuen Arbeitsrealität, sondern leistet einen Beitrag zur ressourcenschonenden, klimaneutralen Wirtschaft von morgen.



