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Hessen - Nachtrag - Offenbach (ots) ++ Rechtsradikaler Hintergrund wird vermutet ++ Nach Schießerei: Mutmaßlicher Täter tot aufgefunden - Hanau (hf) Nach einer Schießerei am Mittwochabend in Hanau (wir berichteten) wurde der mutmaßliche Täter tot aufgefunden. Nach Aussagen von Zeugen erhielt die Polizei Hinweise auf ein flüchtendes Fahrzeug, das im Rahmen der Großfahndung im Ortsteil Kesselstadt ermittelt werden konnte. Die dortige Wohnanschrift wurde weiträumig abgesperrt und durch Spezialkräfte der Polizei durchsucht. Dabei wurden zwei weitere Leichen aufgefunden.

Bei einer der toten Personen dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter handeln. Hinweise auf weitere Täter gibt es derzeit nicht. Die Zahl der Opfer, die an den Tatorten Heumarkt und Kurt-Schumacher-Platz tödlich verletzt wurden, erhöhte sich auf neun, so dass derzeit insgesamt elf Tote zu beklagen sind. Die Ermittlungen zur Identität der Opfer und des mutmaßlichen Täters dauern an. Die Kriminalpolizei bittet zur Erhellung des Sachverhalts um Hinweise unter der Rufnummer 06181 100-123.

Nachtrag: 20.02.2020, 17.52 Uhr/ - Mitteilung zum Stand des Ermittlungsverfahrens wegen des Anschlages in Hanau am 19. Februar 2020 - Die Bundesanwaltschaft hat heute (20. Februar 2020) gegen 4:00 Uhr die Ermittlungen wegen des Anschlagsgeschehens am 19. Februar 2020 in Hanau übernommen. Nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen hat der 43-jährige deutsche Staatsangehörige Tobias R. am 19. Februar 2020 gegen 22:00 Uhr in den Bereichen Heumarkt, Kesselstadt sowie Kurt-Schumacher-Platz neun Menschen erschossen und mehrere Personen verletzt, darunter ein lebensgefährlich Verletzter. Das Alter der Todesopfer lag zwischen 21 und 44 Jahren. Unter ihnen waren sowohl ausländische als auch deutsche Staatsangehörige.

Nachdem sich im Rahmen der Ermittlungen Hinweise auf den Täter ergeben hatten, wurde dessen Wohnung in Hanau von einem Sondereinsatzkommando der Polizei durchsucht. Die eingesetzten Beamten haben Tobias R. sowie dessen 72-jährige Mutter tot aufgefunden. Beide wiesen Schussverletzungen auf. Neben dem mutmaßlichen Täter lag eine Schusswaffe. Sein Vater wurde von den Polizeibeamten äußerlich unverletzt angetroffen. Es liegen gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat vor. Diese ergeben sich aus den augenscheinlich von Tobias R. herrühenden Videos und Dokumenten. Derzeit liegen keine Erkenntnisse zu etwaigen Vorstrafen oder Ermittlungsverfahren mit politischem Bezug gegen ihn vor.

Die weiteren Ermittlungen werden sich insbesondere auch darauf konzentrieren, ob es noch bislang unbekannte Mitwisser oder Unterstützer gibt. Auch wird das Umfeld des mutmaßlichen Täters durchleuchtet und untersucht werden, ob und welche nationalen und internationalen Kontakte bestanden haben. Mit den weiteren Ermittlungen wurde inzwischen das Bundeskriminalamt beauftragt. Dieses wird in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Hessen tätig. Unter anderem werten die Ermittler Videos und Dokumente aus, die augenscheinlich von Tobias R. stammen. Zudem laufen kriminaltechnische Untersuchungen zu der oder den bei der Tat verwendeten Schusswaffen.

Erstmeldungen: Main-Kinzig-Kreis ++ Großeinsatz der Polizei mit Hubschraubern in Hanau ++ Acht Tote bei Schießereien ++